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Geschichten des Unrechts

Foto: Schüler mit Zeitzeugen - Bild: BGZ Trautenau

Anfang November hatte die Mittelschule Volanovská in Trautenau (Trutnov) zu einer Diskussionsveranstaltung eingeladen. Auch der Verein für deutsch-tschechische Verständigung Trautenau – Riesengebirge nahm aktiv daran teil. Die Mittelschule beteiligte sich mit dieser Veranstaltung am Projekt „Unrechtsgeschichte – Monat des Filmes in den Schulen“, das unter dem Patronat der Nichtregierungsorganisation „Člověk v tísni“ (Mensch in Not) steht.

Da in Trautenau früher hauptsächlich Deutsche lebten, wählte man hier als konkretes Thema die Vertreibung der Deutschen aus dem Grenzgebiet. Mit der Einladung wandte sich Milena Kostovská, Lehrerin an der Schule, an den Verein. Sie fragte nach jemandem, der über sein Schicksal sprechen möchte und damit dieses Thema den Studenten nahebringen könnte.

Vielen Vereinsmitgliedern ist diese Zeit noch schmerzlich im Gedächtnis. Einige möchten daran nicht mehr erinnert werden, andere scheuen den öffentlichen Auftritt oder fühlen sich dafür schon zu alt. Dennoch gelang es, gleich drei Damen zu überzeugen, den Schülern diese Zeit zu vermitteln. Renate Hamm, Renata Smutná und Inge Efler erzählten über ihr Schicksal und das ihrer Familien.

Zunächst wurde den Schülern aber David Ondříčeks Dokumentarfilm über die sogenannte „wilde Vertreibung“ gezeigt. Danach hörten sie aufmerksam zu, was die Frauen erzählten. Als erste sprach die jüngste von ihnen, Renata Smutná. Sie erklärte, warum ihr diese Thematik nahe ist. Diese Zeit erlebte sie zwar nicht selbst, aber ihre Mutter, Renata Hamm, kann sich daran gut erinnern, obzwar sie zu dieser Zeit Kleinkind war. Nicht nur für sie, sondern auch für Inge Efl sind diese Erinnerungen immer noch frisch und auch schmerzvoll. Dennoch spürte man in ihren Schilderungen weder Hass noch Bitternis, obwohl ihr Leben nach dem Zweiten Weltkrieg in der damaligen Tschechoslowakei nicht einfach war.

Aus den Reaktionen der Schüler konnte man fühlen, dass sie ein bisschen mitbekamen, dass Krieg und Hass im Endergebnis am meisten die gewöhnlichen und schuldlosen Menschen auf beiden Seiten treff en. Am Ende bekamen die Damen von den Schülern ein Blümchen und ein kleines Geschenk als Danksagung für den Mut, dass sie sich an die gerade für sie nicht leichten Momente ihres Lebens erinnerten.

Der Verein für deutsch-tschechische Verständigung Trautenau nahm an der Veranstaltung gerne teil, da man die Geschichte nicht vergessen darf, man sich aber gleichzeitig auch an der Gegenwart und Zukunft orientieren sollte.

Weitere Informationen über das Begegnungszentrum in Trautenau erfahren Sie auf den offiziellen Seiten: hier.

 

Dieser Artikel erschien im LandesEcho 11/12 2016.

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