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Zeitreise ins Ascher Land

Gerade feierte der Film „Až do města Aš“ („Made in Ash“) seine Weltpremiere in Karlsbad. Die Geschichte des Grenztädtchens zeigt LZ-Autorin Beate Franck in Wort und Bild.

 

„Es war einmal ein kleines Ländchen zwischen Egerland, Oberfranken und Sachsen. Es reicht von Roßbach bis Haslau. Asch ist sein Mittelpunkt“, beginnt der Film „Erdäpfel, Edelleut, Eigensinn. Zeitreise ins Ascher Land“ der Journalistin Beate Franck. Vergangenes Jahr hat sie im oberfänkischen Hof an der Saale einen Dokumentarfilm herausgebracht, der die Geschichte des Ascher Zipfels in Wort und Bild darstellt. Nun liegt die Zeitreise ins Ascher Land auch in Buchform vor.

 

Das Buch führt den Leser auf eine Zeitreise. Das historische Asch (Aš) wird in Graphiken, Gemälden, alten Fotografien und Urkunden lebendig. Dabei kommt auch ein ehemaliger Ascher selbst zu Wort, der die Bewohner des nordwestböhmischen Städtchens folgendermaßen charakterisiert: „Wir Ascher tragen eine stille, verschämte Liebe zu unserer Stadt im Herzen, über die wir uns freilich gegenseitig viel vorschimpfen. Wir sind umgänglich und gastfreundlich, klug, wissbegierig und schönheitsdurstig, heimatfroh und doch ins Weite strebend; fleißig und energisch, auf Neuerungen zugehend.“

 

Die Geschichte des Ascher Landes wird pointiert anhand von Einzelschicksalen, Episoden und historischen Einschnitten dargestellt. Die Zeitreise umfasst eine Periode von mehr als 500 Jahren, vom 15. Jahrhundert bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts.

 

Wiege des Erdapfels

Von Asch geht die Zeitreise weiter nach Roßbach, das heutige Hranice. Die Roßbacher Gegend gilt als die Wiege des Kartoffelanbaus in Europa. Seit dem frühen 17. Jahrhundert wird die nahrhafte Knolle hier angebaut. 1698 sind die Erdäpfel in einem Testament des Müllers Nikol Knöckel aus Roßbach erstmals urkundlich erwähnt. Der nächste Halt ist Neuberg, das heutige Podhradí. Dort steht die Stammburg der Grafen von Zedtwitz, die vom 14. Jahrhundert an weite Teile des Ascher Landes beherrschten. Das Ascher Land war unter ihrer Hausmacht eigenständig. Erst nach einem zähen Rechtsstreit unterwarfen sich die freiheitsdurstigen Herren von Zedtwitz der Kaiserin von Österreich, Maria Theresia, und das Ascher Land wurde Böhmen angegliedert. Den evangelischen Glauben behielten die Herren von Zedtwitz und die meisten ihrer Untertanen jedoch bei. Die Religionsfreiheit bildet das Thema des folgenden Kapitels, dann geht die Reise weiter nach Niederreuth, Dolní Paseky. Der Ort besaß ein eigenes Gericht und verfügte über das Braurecht. „Am Beispiel von Niederreuth wird das alltägliche Leben der einfachen Leute im Ascher Land deutlich“, erzählt Beate Franck. „Mit der Häuser-Chronik des Oberlehrers Lorenz Fuchs liegt hier nämlich eine eingehende Dokumentation der Ortsgeschichte vor.“

 

Dichterfürst in Asch

Johann Wolfgang von Goethes Besuchen in Asch gilt das fünfte und vorletzte Kapitel. Goethe legte in Asch öfters einen Zwischenaufenthalt ein, wenn er aus Weimar in die westböhmischen Bäder reiste. Der Dichterfürst hielt in seinen Tagebüchern abschätzige Bemerkungen über Asch fest: die Stadt sei schmutzig, ja abscheulich. Doch er pflegte Kontakte zum Ascher Postmeister Langheinrich. Der Dokumentarfilm endet im sechsten Kapitel mit der wachsenden Unterstützung der Ascher für Henleins Sudetendeutsche Partei, der Ausrufung des souveränen Freistaates Asch am 22. September 1938 und dessen baldigem Ende am 3. Oktober, als die deutsche Wehrmacht in Asch einmarschierte.

 

Das Projekt „Erdäpfel, Edelleut, Eigensinn. Zeitreise ins Ascher Land“ wendet sich besonders an zwei Zielgruppen: die Schuljugend in Bayern, Sachsen und Westböhmen und Menschen, die mit dem Ascher Zipfel durch ihre persönlichen Wurzeln verbunden sind. Die DVD ist für Gruppenreisen mit dem Bus in den Ascher Zipfel bestimmt, die von der Autorin auf Anfrage organisiert werden, aber auch für Seminare und Vorträge. Die anregende Lektüre des reich bebilderten Buches ermögliche nun die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Ascher Landes auch unabhängig von solchen Veranstaltungen, erklärt die Autorin.

 

Das Buch ist mit einer Einleitung des Vorsitzenden des Heimatverbandes des Kreises Asch, Horst Adler, und einem Nachwort versehen, das Informationen über den Heimatverband des Kreises Asch und die Stiftung Ascher Kulturbesitz, beide mit Sitz in Rehau, enthält. Sowohl die knapp einstündige DVD als auch das Buch sind zweisprachig, deutsch und tschechisch und können unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bezogen werden.

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