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Nachbarschaftliche Radtour

 

Mit dem Drahtesel auf tschechischen und slowakischen Spuren durch Leipzig.

 

 

Eine Spurensuche der gut nachbarschaftlichen Art veranstaltete Ende Juni die Organisation „Tschechologisch? Slovakoklar!“: eine Radtour auf tschechischen und slowakischen Spuren der sächsischen Messemetropole. Den Anfang machte das Leipziger Universitätsgelände. An dieser Stelle erfuhren die Beteiligten Interessantes und Wissenswertes über die Gründung der Universität und über ihre bekannte Studenten und Rektoren mit tschechischem oder slowakischem Hintergrund wie zum Beispiel Tycho Brahe oder Karol Andrej Bel. Zusätzlich wurde hier die Frühgeschichte der Stadt Leipzig, welche ihren Ursprung in einer slawischen Besiedlung hat, aufgedeckt.

 

Der Weg führte die Radler anschließend in Richtung „Café Cantona“, Schauplatz der Kurzgeschichten von Jaroslav Rudiš. Der perfekte Ort, um die Interessierten über Prager Literatur in Leipzig zu informieren. Anhand einzelner Tagebucheinträge von Franz Kafka erfuhr man Wissenswertes über dessen Beziehung zur Stadt. Einige seiner Werke wurden im Leipziger Kurt Wolff Verlag publiziert.

 

In Sichtweite des neuen Rathauses, der dritten Station, kamen Diskussionen über die aktuellen Beziehungen der Stadt Leipzig sowohl zu Tschechien als auch der Slowakei auf. Dabei wurde auch erwähnt, dass der Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Leipzig-Brno im kommenden Jahr sein 40-jähriges Jubiläum feiert. Zu diesem Anlass werden zahlreiche Veranstaltungen geplant und angeboten.

 

Als nächstes Etappenziel standen die Universitätsbibliothek, das Geisteswissenschaftliche Zentrum (GWZ) und das Musikerviertel auf dem Routenplan. Die slawische Philologie hat in Leipzig eine lange Tradition und das Institut für Slawistik ist eines der größten in Deutschland. Hier werden auch viele Möglichkeiten des studentischen Austausches mit tschechischen und slowakischen Universitäten angeboten. In diesem Zusammenhang konnte die Arbeit und die Bibliothek des Geisteswissenschaftlichen Zentrums für Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas (GWZO), ein renommiertes wissenschaftliches Institut, das an die Universität angeschlossen ist, hervorgehoben werden. Auch musikalisch ließen sich Spuren aus Tschechien und der Slowakei finden. So wirkte in Leipzig unter anderem der Mähre Leoš Janáček. Seine Stücke werden noch heute im Gewandhaus und der Oper aufgeführt.

 

Für kurze Rast und Abkühlung bei einem tschechischen Bier war das Leipziger Restaurant „U Fleku“ auf der Karl-Liebknecht-Straße der perfekte Ort. Ganz nebenbei hatte man dort die Möglichkeit, sich über die kulinarischen Vorzüge der tschechischen und slowakischen Küche auszutauschen. Gestärkt und erfrischt ging es weiter zur letzten Station, vorbei an dem Ort, wo Tomáš Garrigue Masaryk seine Charlotte kennengelernt haben soll.

 

Den Abschluss der Radtour bildete ein Rundgang durch die alte Baumwollspinnerei, welche heute als Produktions- und Ausstellungsstätte für zeitgenössische Kunst und Kultur genutzt wird. Zdeňka Kujová, die derzeitige MOE-Kulturmanagerin der Robert-Bosch-Stiftung, konnte begeisternd über ihre Arbeit berichten und einen kurzen Einblick in den Alltag einer Tschechin in Leipzig geben. Zusätzlich traf man hier auf den slowakischen Künstler Radovan Červenka, der im Rahmen eines internationalen Stipendienprogramms für die kommenden drei Monate zu Gast in Leipzig sein wird. Als besonderes Highlight konnten alle Radler abschließend den eindrucksvollen Blick vom Dach der ehemaligen Baumwollspinnerei über die Stadt genießen, die Gedanken schweifen lassen und die an diesem Tag entdeckten Spuren tschechischer und slowakischer Kultur Revue passieren lassen.

 

Mehr dazu finden Sie unter: www.tschechologischslovakoklar. de

 

Die Autorin ist Initiatorin der „Prager Runde“ und lebt in Leipzig.

 

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