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Zweisprachige Ferien

Oleg Schoch nahm am deutschtschechischen Ferienlager in Gaisthal teil, das die Organisation Sojkain, die Sudetendeutsche Jugend und die JUKON organisieren.


Für die Landeszeitung hat er seine Eindrücke festgehalten. Solange ich mich erinnern kann,  fahre ich in den langen Sommerferien in ein Ferienlager. In diesem Jahr war ich in einem  ganz besonderen, einem zweisprachigen deutsch-tschechischen Jugendlager. Es fand statt in Gaisthal in der Oberpfalz, nahe der Grenze zu Tschechien. Da ich zweisprachig deutsch-tschechisch aufwachse, habe ich ganz gezielt im Internet nach einem zweisprachigen Lager gesucht. Und wurde fündig.

Auf einer Waldlichtung waren  unsere Zelte aufgestellt, es gab ein großes für uns Jungen und ein weiteres für die Mädchen. Insgesamt  waren wir etwa 60 Teilnehmer. Geschmückt war unser Zeltlager mit vier Fahnen: der deutschen, der  tschechischen, der europäischen Fahne und einer Fahne, die die deutsch-tschechische Zusammenarbeit symbolisieren sollte. Jeden Tag versammelten wir uns vor den Fahnenmasten, um Lieder zu singen.  Morgens das Lied „Guten Morgen“ und abends das Lied „Die Zukunft sind wir.“

Schon am ersten Abend fiel mir auf, wie komisch es war, andauernd zwischen der deutschen und tschechischen Sprache  mzuschalten. Ich hatte das zwar erwartet, aber ich musste mich anfangs erst daran gewöhnen. Wir waren nämlich bunt gemischt, nicht in Tschechen und Deutsche aufgeteilt. So musste jeder auch  versuchen, in der Sprache des anderen zu kommunizieren. Allerdings glaube ich nicht, dass das Lager etwas für Leute ist, die wenig oder gar kein Deutsch sprechen. Umso mehr bringt es aber denen, die  schon Grundkenntnisse der deutschen Sprache haben. Das Essen war hervorragend, bis vielleicht auf ein, zwei Ausnahmen. Nur hätte man vielleicht das Abendessen etwas später als 18 Uhr legen sollen oder uns zumindest noch ein Betthupferl bereitstellen können. Denn die Zeit zwischen Abendessen und  Zapfenstreich um 22 Uhr war manchmal doch lang, so dass ich auf dem Weg ins Bett schon wieder  Hunger hatte.

Toll war, wieviel Freizeit wir zur Verfügung hatten. Das hat genau gepasst, nicht zu wenig und nicht zu viel. Unsere Freizeit verbrachten wir mit Spielen. Ich habe am liebsten Karten,  Tischtennis oder Fußball gespielt. Andere Spiele wie Volleyball oder Badminton standen aber  auch zur Auswahl. Jeden Tag wurden wir neu in Gruppen eingeteilt. Das gefiel mir besonders  gut, denn so konnte ich immer wieder neue Freunde kennenlernen. Sie kamen aus allen Ecken  der Tschechischen Republik und aus Deutschland. Auf jeden Fall war es ein toller bunter
Haufen von Leuten, mit denen das zweiwöchige Zusammenleben viel Spaß hat. Zusammen  konnten wir so ein lustiges Ferienprogramm genießen. Wir unternahmen insgesamt drei Ausflüge in die umliegenden Dörfer und Städte, organisierten verschiedene Spiele im Lager  und den umgebenden Wäldern und saßen beim Lagerfeuer zusammen. Höhepunkt war dann  eine Schatzsuche, auf der man nicht Gold und Juwelen, sondern einen Computer finden  musste. Das Thema des Ferienlagers war nämlich die Zukunft, was sich auch in unseren Spielen zeigte. Und  auch wenn wir heute vielleicht noch gar nicht so viel über unsere Zukunft sagen können, eines  weiß ich bestimmt: In Zukunft werde ich sicher gerne wieder an einem so tollen zweisprachigen Lager teilnehmen.

Der Autor ist 15 Jahre alt, wächst dreisprachig auf und besucht das Französische Lyzeum in Prag.

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