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Freude auf die Welt der Großen

An der „Grundschule der deutsch-tschechischen Verständigung“ hat das neue Schuljahr begonnen.

Aufgeregte Gesichter, gespanntes Lächeln und auch ein paar Tränchen. Für 48 Kinder begann am 3. September der Ernst des Lebens in der „Grundschule der deutsch-tschechischen Verständigung“ in Prag. Nach ein paar gemeinsamen Fotos und herzlichen Begrüßungsreden der Schuldirektoren Jiří Chmelař und Hana Nápravníková ging es dann auch schon ab in die Klassenzimmer. Dort warteten die Lehrerinnen mit einem Handschlag, ein paar aufmunternden Worten und Schultüten auf ihre Schützlinge. Nach der ersten Aufregung saßen die frischgebackenen Erstklässler schon bald gespannt auf ihren Bänken. „Ich hab mich auf die Schule gefreut. Die langen Ferien, die haben mich gelangweilt und da wollte ich in die Schule“, sagt Patricia, die zweisprachig deutsch und tschechisch aufgewachsen ist.

 

"Ich freue mich darauf bald lesen zu konnen. Dann muss ich nicht darauf warten, dass meine Mama mir vorliest." Anna, 1B

 

Wenn, nach der ersten Eingewöhnungsphase, der Deutschunterricht beginnt –Ziel der Grundschule ist unter anderem die perfekte Zweisprachigkeit der Kinder –wird Patricia in die Gruppe der deutschen Muttersprachler eingeteilt werden. Diejenigen Kinder, die von Haus aus noch wenig Berührung mit dem Deutschen haben, kommen in den Anfängerkurs. Und so werden sich die sprachlichen Unterschiede in den kommenden Jahren geben.

 

"Ich freue mich auf Mathematik." Alžběta, 1B

 

Nicht nur durch den Schulunterricht, sondern auch durch außerschulische Aktivitäten. Zum einen wäre da der Deutschkurs während der Nachmittagsbetreuung, zu dem die Schülerinnen und Schüler sich freiwillig anmelden können. Zum anderen ist es aber auch ein besonderes Anliegen der Grundschule, deren Träger die Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien ist, die deutsche Sprache auch durch die Praxis zu vermitteln. Seit mehreren Jahren pflegt die Schule einen regen Austausch mit Partnerschulen in Berlin, Pirna, dem fränkischen Heilsbronn und im österreichischen Stubaital.

Lernen und begegnen

„Für den Advent haben wir ein gemeinsames Projekt mit unserer Partnerschule in Pirna geplant, das in Sebnitz stattfinden soll“, verrät die Direktorin der Grundschule, Hana Nápravníková. Auch auf die Zusammenarbeit mit den anderen Schulen lässt sie nichts kommen. „Die Schulen im Stubaital und in Berlin sind unsere Comenius-Freunde, das heißt, wir haben vier Jahre lang im Rahmen des europäischen Comenius-Projekts miteinander gearbeitet“, erzählt sie. Gegen Ende des letzten Schuljahres waren so zum Beispiel Schüler der beiden Partnerschulen für eine Woche in Prag zu Gast und haben zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen der Grundschule, wie auch des weiterführenden Thomas-Mann Gymnasiums eine unterhaltsame Show für Eltern und Lehrer auf die Beine gestellt. „Leider läuft unser Comenius- Programm jetzt nach vier Jahren aus. Aber wir hoffen, dass unsere Zusammenarbeit auch ohne EU-Gelder weiterläuft“, sagt Direktorin Nápravníková.

 

"Ich freue mich auf die Schule, weil ich weiss, dass es lustige Aufgaben geben wird." Anička, 1A

 

Dass es auch ohne Geld aus Brüssel klappt, beweist die, eher musisch angehauchte, Kooperation mit der Partnerschule in Heilsbronn. „In diesem Jahr wird unser Schulorchester zusammen mit den jungen Heilsbronner Musikern den „Karneval der Tiere“ einstudieren. Dazu fahren unsere Kinder dann nach Heilsbronn, wo zwei Konzerte geplant sind“, erzählt Nápravníková.

Von all den Begegnungen, die ihnen in ihrem jungen Schulleben bevorstehen, ahnen die Erstklässler noch nichts, als sie interessiert ihre Schultüten begutachten. „Ich freue mich hier schon auf alles“, sagt Nela, die später mal Verkäuferin werden will. „Am meisten darauf, dass ich hier lesen und schreiben lerne und neue Freunde finde“, meint sie erklärend. Auch für die Leitung der Schule ist vor der Kür erst einmal die Pflicht angesagt. „In diesem Jahr haben wir zum ersten Mal zwei erste Klassen, zudem sind wir hier frisch in einem neuen Schulgebäude. Wir haben also viel Arbeit“, lacht Hana Nápravníková. Viel Mühe habe man sich schon mit der Einrichtung der neuen Schule gegeben, schließlich wolle man, dass die Kinder in schönen und freundlichen Klassen unterrichtet werden.

 

"Ich freue mich, zu lernen und Aufgaben zu machen. Ich will nämlich keine schlechten Noten bekommen." Martin, 1A

 

 

„Jetzt möchten wir noch gerne unsere deutsche und tschechische Bibliothek erneuern,“ sagt Nápravníková. „Die Bücher liegen nach dem Umzug immer noch in Kisten und ich hoffe, dass die Bibliothek bis spätestens Ende des Jahres wieder steht und die Kinder die Bücher benutzen können“, meint sie. Doch zuvor erwartet die Erstklässler nicht nur harte Arbeit, sondern auch ein Ausflug der besonderen Art. Auf einem dreitägigen Eingewohnungskurs Ende September in Nordböhmen, sollen sich die Kinder aneinander und an den Klassenverband gewöhnen, der in den nächsten Jahren ein so grundlegender Teil ihres Lebens sein wird.

 

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