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pbs Tag der offenen Tuer 2017o

Zurück in die Zukunft

Bild: Wecker an Mauervorsprung - Foto: Ulrich Czeranka

Mit diesem Titel der bekannten Filmreihe lassen sich wohl die Kulturtage in Mährisch Trübau (Moravská Třebová) beschreiben. Ein Zurück im positiven Sinne ist es natürlich für viele Teilnehmer, die ihre alte Heimat besuchen, auf Spurensuche gehen und alte Kontakte wiederherstellen. Die Zukunft findet sich wieder in der Arbeit des „Verbandes der Deutschen - Regionalgruppe Schönhengstgau“ und der „Gesellschaft für Deutsch-Tschechische Verständigung - BGZ Walter Hensel“, die diese Tage veranstalteten.

 

 

Davon, dass der Spagat zwischen Vergangenheit und Zukunft gelingt, zeugen auch die Gäste der Kulturtage. Neben Bürgermeister Miloš Izák und Stellvertetern, kamen weitere Persönlichkeiten der deutsch-tschechischen Beziehungen, wie der Präsident der Landesversammlung, Martin Dzingel, oder Anton Otte, Probst des Vyšehrader Kapitels in Prag, in die Stadt im Schönhengstgau. Viele von ihnen verbindet schon eine langjährige Beziehung zu den Tagen und zum Verband. Zu verdanken ist das vor allem der Arbeit der langjährigen Vorsitzenden der Landesversammlung und nun Vorsitzenden des Begegnungszentrums Walter Hensel, Irene Kunc.

Am Samstagabend wurden mit Arien und Duetten Verdis die Kulturtage eröffnet. Wie es der Vetreter des tschechischen Kulturministeriums ausdrückte, der trotzt Krankheit angereist war: um mit Kultur miteinander zu kommunizieren. Im Museum, einem der Musik angemessenen Ort, das bis auf den letzten Platz gefüllt war, wurde dies dann in die Tat umgesetzt. Mit bekannten Arien aus La Traviata, Macbeth und anderen Stücken Verdis, wussten Martino Hammerle-Bortolloti und die schwangere Andrea Šikora–Priechodská in Begleitung von Helena Fialová zu gefallen. Ich bin sicher, dass das Publikum dies genossen hat. Anschließend ging es für die verschiedenen Reisegruppen und Gäste zum Abendessen, was für die Begegnungen und Austausch untereinander ein wichtiger, wenn nicht sogar der wichtigste Teil einer solchen Veranstaltung ist.

Zurück in die Vergangenheit geht es wiederrum auch in der näheren und weiteren Umgebung der Stadt, die ich auf meinem Weg erkunden konnte. Stille Zeitzeugen der deutschen Vergangenheit finden sich auf dem Friedhof des Kreuzberges, umschlossen vom Kreuzweg aus dem 18. Jahrhundert.Die Stadt selber ist als städtisches Denkmalreservat eingestuft und architektonisch reizvoll. Vor allem ihr Schloss ist in Tschechien berühmt als das bekannteste Renessainceschloss des Landes und vielleicht ganz Mitteleuropas. Etwas weiter weg findet sich ein weiteres Schloss mit einer weiteren, in dieser Gegend seltenen, Stilrichtung, der des französischen Stils der Chateaus. Deshalb wird es auch das kleine Versailles genannt, wobei bei diesem Vergleich besonders Wert auf das Wort „klein“ (aber fein) gelegt werden muss. Im Privatbesitz befindlich, wurde es restauriert und lädt in beschaulich ruhiger Gegend zum Verweilen ein.

Ebenfalls in der Pardubitzer Region liegend ist die Stadt Leitomischl (Litomyšl), bekannt als Geburtsort des Komponisten Bedřich Smetana. Im Schatten dieses großen Mannes befindet sich in Nähe der Burg ein Museum, dem tschechsichen Schriftsteller, Maler, Grafiker und Buchdrucker Josef Váchal gewidmet, der aufgrund seiner Ablehnung der Zusammenarbeit mit dem kommunistischen Regime verkannt und unter Armut im Jahre 1969 verstarb. In einem Haus eines befreundeten Kunstliebhabers befindet sich nun ein Museum, in dem er zwei Räume verzierte, die man gestrost als ein wenig verrückt bezeichnen darf. Auch dieses Museum fällt in die Kategorie klein aber fein.

Wenn man so will, ist dies ein Leitspruch meiner gesamten Reise, die vor allem zeigte, dass die Zeit nicht stehen bleibt. Dass dies positiv zu deuten ist, konnte auf den tschechisch-deutschen Kulturtagen in Mährisch Trübau unter Beweis gestellt werden.

 

 

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