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Foto: Denkmal für die Opfer des Brünner Todesmarsches - Bild: LE/tra

Es ist eine leider noch seltene Geste: „Die Stadt Brünn bedauert die Ereignisse vom 30. Mai 1945 und der darauffolgenden Tage aufrichtig. Auf dem Weg aus Brünn starben viele an Erschöpfung, manche wurden von der bewaffneten Eskorte erschlagen oder erschossen“, erklärte der Brünner Stadtrat am Dienstag. In der „Deklaration der Versöhnung und gemeinsamen Zukunft“, verurteilt er den Brünner Todesmarsch, der Ende Mai 1945 über 5000 Opfer gefordert hat.

 

 

 

Von 55 Stadträten stimmten 34 für die Erklärung. Die Abgeordneten der Sozialdemokraten (ČSSD)  und der Bürgerdemokraten (ODS) enthielten sich der Stimme.

Die Kommunisten (KSČM) weigerten sich, die Deklaration zu unterstützen und stimmten gegen ihre Verabschiedung: „Der Marsch war eine Reaktion auf die damalige Zeit und wir sollten die nicht beurteilen“,  sagt der kommunistische Stadtrat Martin Říha.

Oberbürgermeister Petr Vokřál hingegen ist froh, dass die Stadt sich ihrer Geschichte stellt: „Das ist zum ersten Man, dass der Stadtrat als höchstes Organ der Stadt sein Bedauern über den Todesmarsch ausgedrückt hat. Ich bin froh, dass das heute geklappt hat“, sagte Vokal.

Auf Kritik stieß die Deklaration beim Hauptmann der Region Südmähren, dem Sozialdemokraten Michal Hašek. „Die Politik sollte die Geschichte weder bewerten noch interpretieren. Dazu ist es in Brünn leider gekommen“, meinte Hašek.

 

Den gesamten Wortlaut der Deklaration finden Sie auch in deutscher Übersetzung auf den Seiten der Brünner Begegnungszentrums: hier.

Eine Stellungnahme des Deutschen Kulturverbandes Region Brünn finden Sie auf Deutsch und Tschechisch: hier.


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