Am Dienstagmorgen schoss ein Mann im Uniklinikum in Ostrau (Ostrava) um sich und tötete mindestens sechs Menschen. Drei weitere wurden schwer verletzt. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar.

Heute Morgen zwischen 7.00-7.30 Uhr schoss ein Mann in einem Warteraum des Uniklinikums in Ostrau um sich und tötete nach Angaben von Premierminister Babiš mindestens sechs Menschen, zwei Frauen und vier Männer. Dabei zielte er aus nächster Nähe auf den Kopf und die Brust der Opfer. Zwei Personen wurden schwer verletzt, eine weitere leicht. Eine schwerverletzte Person befindet sich noch in kritischem Zustand. Der Angriff erfolgte ohne Vorwarnung. Die Opfer waren Patienten der traumatologischen Ambulanz.

Der Täter flüchtete zunächst, inzwischen hat er sich selbst getötet. Der 42-Jährige aus Troppau (Opava), den die Polizei inzwischen identifizieren konnte, schoss sich in den Kopf, als die Polizei eintraf. Das teilte die Polizei auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit. Der tschechische Innenminister Jan Hamáček erklärte inzwischen, dass der Selbstmordversuch des Täters zunächst scheiterte. Eine halbe Stunde lang versuchten Rettungssanitäter, ihn wiederzubeleben, schließlich erlag er seinen Verletzungen. Das Motiv des Täters ist zurzeit noch unklar, die Polizei geht aber von einem Einzeltäter aus und spekuliert über psychische Probleme des Angreifers. Der Täter habe aber eine kriminelle Vorgeschichte und war bereits polizeibekannt. Über ihn habe es drei Einträge mit gewalttätigen und geringfügigen Eigentumsdelikten gegeben. Die Pistole, eine CZ 75, befand sich illegal in seinem Besitz. Premier Babiš sagte im tschechischen Fernsehen, dass keine allgemeine Bedrohungslage in Tschechien vorliege.

Die Polizei arbeitet nun daran, die Opfer zu identifizieren und herauszufinden, was den Täter zum Schießen gebracht hat. Der Angriff habe nur Sekunden gedauert. "Er kam und erledigte sein Werk", sagte Tomáš Kužel, Direktor der mährisch-schlesischen Polizei in Ostrau. Er hatte keine Komplizen. Drei Minuten nach der Tat sei die Polizei eingetroffen, doch der Täter war bereits auf der Flucht. Nach einer dreistündigen Großfahndung unter mithilfe der Öffentlichkeit konnte er schließlich in Dielhau (Děhylov), etwa 8 km vom Krankenhaus entfernt, ausfindig gemacht werden. Über Aufnahmen der Überwachungskamera des Krankenhauses konnte der Mann schnell identifiziert werden.

Laut dem Direktor des Krankenhauses wurden alle Besucher des Gesundheitszentrums evakuiert und von Seelsorgern betreut. Das Krankenhaus wurde geschlossen, hält in der Notaufnahme aber Reserven bereit.

Präsident Miloš Zeman drückte den Hinterbliebenen der Opfer sein tiefes Beileid aus. Er danke den Sicherheitsbeamten, Ärzten und allen Helfern, ließ er auf Twitter mitteilen. Auch andere Politiker der Regierung und der Opposition sprachen in sozialen Medien ihr Beileid aus. Premier Babiš sagte aufgrund der Schießerei eine Reise nach Estland ab und flog stattdessen nach Ostrau.

"Es war schrecklich. Ich möchte das nie wieder erleben. Ich möchte nicht einmal darüber sprechen. Entschuldigung. Ich verstehe einfach nicht, wie man unschuldigen Menschen so etwas antun kann", sagte eine junge Frau, die mehrere Stunden in dem Gebäude eingesperrt war, der tschechischen Nachrichtenagentur ČTK. 

Über den Täter ist mittlerweile bekannt, dass er als Bauarbeiter arbeitete, aber seit einem Monat nicht mehr auf Arbeit erschien. Seit zwei Wochen war er offiziell krankgeschrieben. Premierminister Babiš teilte auf einer Pressekonferenz mit, dass der Täter sich selbst im Krankenhaus in Behandlung befand, allerdings in einer anderen Abteilung als der, in der sich die Schießerei ereignete.Der Premierminister sagte weiterhin, dass die Mutter des Schützen mit der Polizei zusammengearbeitet habe. Demnach sei der Täter nach der Tat nach Hause gekommen und habe der Mutter erzählt, dass er mehrere Menschen getötet habe und sich selbst erschießen werde.