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Die Slowakei macht's vor

Deutschsprachige Hochschule öffnet im Oktober ihre Pforten.

 

 

Eigentlich wollte der slowakische Bildungsminister Dušan Čaplovič keine weiteren privaten Hochschulen mehr erlauben. Jetzt hat er eine Ausnahme gemacht. Am 18. Juli stimmte die slowakische Regierung der Akkreditierung der Goethe-Hochschule Bratislava zu, der ersten und einzigen deutschsprachigen Alma Mater in den einstigen Bruderländern der Tschechoslowakei. „Das wird eine mitteleuropäische Universität mit einer sicheren Finanzierung aus deutschen Quellen und eine Universität mit sehr hohem Standard“, erklärte Čaplovič seinen Sinneswandel nach dem Regierungsbeschluss.

 

Eine Universität im klassischen Sinn wird die Goethe-Hochschule, die von einer privaten Aktiengesellschaft getragen wird, aber nicht werden. Vielmehr richtet sie sich mit ihrem Lehrplan nach den Bedürfnissen deutschsprachiger Unternehmen in der Slowakei. Nur drei Studiengänge wird die Hochschule vorerst anbieten: Internationale Unternehmensführung, Medien und Kultur und Tourismus. „Das ist uns ganz besonders wichtig, weil wir in der Slowakei mehr als 400 deutsche Unternehmen haben, die rund 90 000 Slowakinnen und Slowaken beschäftigen“, sagt der deutsche Botschafter in der Slowakei Axel Hartmann. Regelrecht gefordert hätten deutschen Investoren in der Slowakei die Entstehung der neuen Hochschule, meint ihr designierter Rektor, der slowakische Universitätsprofessor Juraj Stern: „Die deutschen Firmen haben schon oft kritisiert, dass slowakische Hochschulen nicht immer Qualität hervorbringen und erwarten, dass diese ihnen nun von der neuen Hochschule geboten wird“, meint Stern, der vor seinem Übertritt auf die deutsche Seite die slowakische Wirtschaftsuniversität geleitet hat.

 

 

 

 

In den ersten Semestern wird die Goethe-Hochschule, die auch mit der Goethe-Universität Frankfurt und der Bauhaus-Universität in Weimar zusammenarbeiten wird, nur Bachelor- und Master-Studiengänge anbieten, Kostenpunkt zwischen 1 100 und 1 300 Euro pro Semester. Nach und nach soll das Angebot dann auch auf PhD-Studiengänge erweitert werden. Potentielle Studenten gibt es genug. Allein im vergangenen Jahr machten über 500 Slowaken das deutsche Sprachdiplom.

 

Ein europäisches Projekt

Doch nicht nur Slowaken will die Goethe-Hochschule ansprechen. Ihre Zielgruppe lebt in ganz Mitteleuropa und natürlich den deutschsprachigen Ländern. „Ich wäre aber unglücklich, wenn diese Universität zu einer Ersatzlösung für Leute werden sollte, die es in ihren Heimatländern nicht auf die Uni geschaff t haben“, sagt Wolfgang Wiesner, Vorstandsmitglied des Hochschulträgers Goethe-Uni AG. „Für slowakische Universitäten wollen wir aber keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung sein“, unterstrich Wiesner.

 

Die deutschsprachige Bildungskooperation zwischen Staat und Privatwirtschaft kommt in der Slowakei nicht von ungefähr. „Hier hat keiner Angst vor den Deutschen“, sagt Slavomír Maličkay, Herausgeber des Magazins „Standort“, das deutschsprachige Manager bei ihren Investitionen in der Slowakei und anderswo in Mitteleuropa berät. „Der politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Konsens lautet, dass wir auf der Seite Deutschlands sind“, sagt Maličkay.

 

Strahlende Gesichter gibt es vor allem auf der deutschen Botschaft in Bratislava, die die Entstehung der Goethe-Hochschule mit allen Kräften gefördert hat. „Das Projekt ist für uns kulturpolitisch ganz wichtig, es ist ein bedeutender Meilenstein in den deutsch-slowakischen Kulturbeziehungen. Und ein wahrhaft europäisches Projekt“, schwärmt Botschafter Hartmann.

 

 

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