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„Rastplatz für die Seele“ an der deutsch-tschechischen Grenze

Ruheoase, die verbindet    Foto: AG

 

Geistliche Einkehr auf Reisen – eine Möglichkeit, die dank der Autobahnkirche an der deutsch-tschechischen Grenze bei Waidhaus an der A6 nun schon seit zehn Jahren besteht. Mit einem ökumenischen Festgottesdienst und der Eröff nung der Ausstellung „Europäischer Humanist. Přemysl Pitter“ wurde dieses Jubiläum nun gebührend begangen.

 

 

Eine „glückliche Fügung“ sei die Gründung der Autobahnkirche im Jahre 2004 gewesen, meint der katholische Pfarrer von Waidhaus Georg Hartl. „Aus dem Nichts“ sei die Kirche entstanden, anfänglichen örtlichen Widerständen gegen die Umwidmung der Kirche „Heilige Dreifaltigkeit“ zum Trotz, erinnert sich der Geistliche. Heute, so Hartl, werde das Gotteshaus in seiner neuen Funktion von Einheimischen wie Reisenden jedoch gerne angenommen. Dies betont auch Margit Kirzinger, Bürgermeisterin von Waidhaus: Sie selbst kehre auch immer wieder gerne in die Kirche ein. Ein Blick in das Anliegenbuch mit seinen Einträgen in vielen Sprachen zeige ihr, dass der Ort viel genutzt werde, freut sich die Rathauschefin.

„Viele Geschichten von Wegen und Reisen kreuzen sich hier. Die meisten von der oder zur deutschtschechischen Grenze“, erklärte der Weidener evangelische Dekan Wenrich Slenczka mit Blick auf die besondere Lage der Kirche. Er sieht das Gotteshaus „als Zeichen des Dankes“ für die entstandenen Verbindungen nach der Überwindung der Spaltung Europas vor 25 Jahren: „Gott verbindet uns über die Sprachgrenzen hinweg“, sagte Slenczka. Kooperationen bestehen beispielsweise mit der Autobahnkapelle an der D5 bei Pilsen (Plzeň) mit gemeinsamen Unfallopfergottesdiensten. In einer Kirchenruine in Roßhaupt (Rozvadov) findet außerdem alljährlich eine Taizé-Andacht statt.

Zu den Aktivitäten in der Kirche gehören neben einem geistlichen Angebot auch Ausstellungen. Die neueste ist dem Humanisten Přemysl Pitter gewidmet, der nach dem Zweiten Weltkrieg sowohl jüdische als auch deutsche Kinder in verschiedenen Heimen im Umkreis von Prag betreut hatte. Die Ausstellung „Premysl Pitter. Europäischer Humanist“ wurde von der Ackermann-Gemeinde und dem Nationalen Pädagogischen Museum in Prag erstellt. Sie wurde bereits an vielen Orten in Deutschland, zuletzt bis Ende Juni in Berlin, präsentiert. In der Autobahnkirche ist sie bei freiem Eintritt bis 31. August täglich von 7 bis 20 Uhr zu sehen. Ein Grund mehr, auf der Fahrt von und nach Böhmen an der „Raststätte für die Seele“ einen Zwischenstopp einzulegen.

 Das Interview erschien in der LandesZeitung 13/14 2014.

 


 

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