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Foto: Prager Burg mit Verbotsschild - Bild: tra

Die in Tschechien kontrovers diskutierte Reise von Präsident Milos Zeman zu den Siegesfeierlichkeiten in Moskau zum 70. Jahrestag des Kriegsendes sorgt jetzt auch schon für einen diplomatischen Eklat zwischen Prag und Washington.

 

Bild: Grenzstein

Die Tschechische Republik will derzeit keine Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien aufnehmen und widersetzt sich damit einem entsprechenden Wunsch der EU. Der sozialdemokratische Innenminister Milan Chovanec soll die Haltung der Regierung in Prag nach einem Kabinettsbeschluss am Freitag bei Beratungen der EU in Brüssel erläutern.

 

Bild: Großes Stadtwappen Prags

Nein, einen neuen Fenstersturz hat Prag Mitte der Woche nicht erlebt. Aber schon eine Art Revolution. Zwar war es der Sage nach mit Libuše eine Fürstin, die die Entstehung Prags vom Berg Vyšehrad aus prophezeit hatte. Doch die Geschicke der Moldaustadt wurden nach der Wahl des ersten Bürgermeisters 1537 immer nur von Männern gelenkt. Jetzt hat Prag erstmals eine Frau als Primátor, wie der Stadtvater in tschechischen Großstädten heißt. Adriana Krnáčová ist in eine Männerdomäne eingedrungen, was den Herren der Schöpfung, die in Tschechien gern den Macho raushängen lassen, gegen den Strich geht.

 

Foto: Václav Havel/Wiki

 Mit einigem Neid sahen die Tschechen dieser Tage nach Berlin. Sie freuten sich einerseitsüber den dortieren Rausch der freudigen Erinnerung an den Fall der Mauer. Doch den Tschechen selbst ist am 17. November, dem Tag, an dem ihre „Samtrevolution" begann, kaum nach Jubelfeiern zumute. Umfragen unter Prominenten nach dem heutigen Gefühl fallen eher verhalten bis enttäuscht aus. Ja, man fühle sich irgendwie freier als damals. Das gesteht man zu. Aber ansonsten seinen viele Dinge, die man sich in dieser Revolution erträumt hatte, nicht eingetreten.

 

Bild: Wahlurne

Kommunalwahlen scheinen von der Größenordnung her nicht so wichtig zu sein wie etwa Parlamentswahlen. In Tschechien ist das an diesem Wochenende für rund 160 000 Menschen ganz anders. Es sind dies Bürger aus anderen EU-Ländern, die vorübergehend oder ständig in der Nachbarrepublik leben.

 

 

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