LandesEcho-Autorin Anna Käsche hat sich in die Bücherwelt gestürzt und berichtet nun täglich live von der Leipziger Buchmesse.

Schon am gestrigen Donnerstagabend haben sie sich am Stand des Gastlandes Tschechien angekündigt: die Sockenfresser. Eine nichts ahnende Frau fand unter dem Tisch eine bunt geringelte Kindersocke. Aber nur eine. Wer daran Schuld hatte, erfuhr ich dann beim Workshop mit Galina Miklínová, der Illustratorin des Kinderbuches „Lichožrouti“ („Sockenfresser“). 

Socken verschwinden auf der ganzen Welt

Galina Miklínová präsentiert ihre „Lichožrouti“ („Sockenfresser“) / Foto: Anna Käsche

Ganz im Sinne des Tagesmottos „Aufbruch und Wandlung Generation 89“ verwandelten die Teilnehmenden - ob Baujahr 1989 oder nicht - einzelne Socken in Windeseile zu niedlichen bis furchteinflößenden Sockenfressern mit Knopfaugen.

Als Vorlage diente unter anderem ein Exemplar von Gastland-Programmkoordinator Martin Krafl. Jeder frisch geschlüpfte Sockenfresser bekam eine eigens von der Autorin Miklínová ausgestellte Geburtsurkunde.

Über das Phänomen der kleinen hungrigen Tierchen können sich Kinder in bereits elf Ländern belesen. Dort kennt man die „Sockenfresser“ jedoch beispielsweise als „Párožrúti“ oder „Niedoparki“. 

Warum es tschechische Bücher kaum in deutsche Verlage schaffen

Große und kleine Besucher basteln eigene „Lichožrouti“ („Sockenfresser“). / Foto: Anna Käsche

Tschechische Bücher auf den ausländischen, speziell auf den deutschen Markt zu bringen, ist jedoch nicht einfach, bestätigt Maria Sileny, Literaturagentin aus Prag. In deutschen Verlagen mangele es oft an Lektoren, die der tschechischen Sprache mächtig sind. So sei es schwer, sich einen Eindruck vom tschechischen (Kinder-)Buchangebot zu machen. Nicht immer sei ja Geld für eine Auszugsübersetzung da, dann müssten sich die Verlage   allein am Layout orientieren.

Damit konnten die „Sockenfresser“ aber definitiv punkten. Das Cover musste jedoch an die deutschen Kinderbuchkonventionen angepasst werden. „Der tschechische Einband erschien dem Fischer-Verlag zu dunkel, deshalb musste die Illustratorin ein neues Titeldesign entwerfen“, erklärt Sileny diese Wandlung.

Mich hat das Buch von Pavel Šrut mit den Illustrationen von Galina Miklínová sofort in seinen Bann - und somit auch begeistert in die Messebuchhandlung gezogen.


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