Viele Trachten, interessante Geschichten und Leckereien. Das und vieles mehr gab es auf dem diesjährigen Sudetendeutschen Tag in Regensburg. Das diesjährige Motto war: Ja zur Heimat im Herzen Europas.

Eigentlich begannen die Feierlichkeiten erst am Samstag. Am schon Freitag konnte man sich einstimmen, auf den nun schon 70. Tag der Sudetendeutschen. Auf dem Haidplatz im Herzen von Regensburg waren einige Stände aufgebaut. Neben leckeren Oblaten konnte man auch böhmischen Liwanzen probieren. Dabei gab es eine musikalische Umrahmung. Was sicherlich nicht nur mich überrascht hat: Die Musiker der Blaskapelle „Dezent Böhmisch“ waren Anfang bis Ende zwanzig. Bei der traditionellen Musik hatte ich das nicht erwartet.

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Und am Samstag ging es dann richtig los mit dem Programm, in der Donau-Arena, etwas außerhalb vom Stadtkern. In der dortigen Aktionshalle gab es zahlreiche Stände von Vertretern deutscher Minderheiten und Kooperationsprojekte. In einigen kleineren Räumen wurden Vorträge gehalten oder Ausstellungen besichtigt. In der Haupthalle gab es neben kulinarischen Köstlichkeiten diverse Auftritte. So zum Beispiel ein von deutschen und tschechischen Schülern initiiertes Musical „TISA“, oder der „Große Volkstumsabend“. Am Samstag gestalteten dabei unter dem Motto „Lebensfreude“ Vertreter verschiedener Volksgruppen einen bunten Abend aus Tanz und Musik. Natürlich in traditioneller Tracht.

Es war für mich das erste Mal bei einer Messe auf der anderen Seite des Standes zu sein, also selbst zu den Veranstaltern zu gehören. Von den anderen Veranstaltern habe ich so also leider nicht allzu viel mitbekommen. Aber viele Interessierte kamen zur unserem Stand von der Landesversammlung und dem LandesEcho und es kam das ein oder andere interessante Gespräch zustande.

Viele Menschen erzählten, wie sie zum Sudetendeutschen Tag gekommen sind. Meistens, weil ein Teil ihrer Familie vertrieben wurde. Ein anderer Herr, mit dem ich mich in meiner Mittagspause unterhielt, war wegen eines Freundes für mehrere Jahre zum Sudetendeutschen Tag nach Nürnberg und Augsburg mitgekommen. Der Freund ist inzwischen verstorben, aber der Herr kommt immer noch, weil er inzwischen auf dem Sudetendeutschen Tag neue Freundschaften geschlossen hat.

Ein anderer Höhepunkt war es für mich Horst Seehofer und Markus Söder einmal live zu sehen. Nicht, dass ich ein Fan von der Politik der CSU bin. Aber die Gelegenheit so mächtige Politiker persönlich zu sehen und eine Rede von ihnen zu hören wollte ich mir nicht entgehen lassen.

Zu unserem Stand kamen nicht nur Leute, die das LandesEcho und die Landesversammlung noch nicht kannten. Zu meiner großen Freude kamen auch einige Abonnenten, die unsere Zeitschrift lobten. Einige sagten auch, was ihnen explizit gefällt. Das spornt natürlich an.

Abgesehen von einigen Veranstaltungen in der Haupthalle, bekam ich doch noch einiges vom Sudetendeutschen Tag mit. Die Besucher, die an unserem Stand vorbeikamen, waren teilweise in ihren farbenfrohen Trachten gekleidet. Einen Gang weiter gab es ab und zu eine Ziehharmonika zu hören. Verbunden mit den Fotos, Zeichnungen und Bildern der anderen Stände, die sich in meinem Blickfeld befanden, ergab es ein wunderbares Ambiente und einen Hauch Urlaubsgefühl.


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