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Innovative Kunst von deutschen Nachwuchstalenten

Foto: Vernissage "Siehe unten. See below" mit Künstlern - Bild: LE/Marielle Auriga

Am 30.7. fand die Vernissage zu der Kunstausstellung „Siehe unten. See below“ in der Neuen Galerie (Nová Galerie) im Prager Stadtteil Vinohrady statt. Die raumgreifende und großflächige Kunst der deutschen Nachwuchstalente Sophia Hirsch und Johannes Mundinger, füllte die verwinkelten Ausstellungsräume der Galerie, die über ein großes Kellergewölbe verfügt. Die Ausstellung präsentierte eine gelungene Symbiose zwischen den Räumlichkeiten und den experimentellen Bildern der beiden Künstler. Zugleich überraschten die Bilder durch ihre innovativen Techniken und das harmonische Nebeneinander der Werke.

 

 

 

Bei Sophie Hirsch Bildern muss man mindestens zweimal hinsehen, ein paar Schritte zurücktreten und sich dann durch die Malerei eine Geschichte erzählen lassen. Jeder Betrachter setzt dabei aus den präsentierten Fragmenten seine eigene Geschichte zusammen. Vielseitig sind Hirschs Techniken, doch immer möchte sie eines einfangen: besondere Momente. Jene Momente, denen eine lange Handlung vorausgeht und womöglich eine lange Handlung folgen wird. Ausnahmemomente, Dreh-und Wendepunkte eines individuellen Schicksals.

Was genau die jeweiligen Bilder erzählen, weiß nur die Künstlerin selbst: „Ich sehe in meinen Bildern etwas anderes, als das, was die Betrachter des fertigen Endergebnisses sehen“, berichtet sie, während sie auf ihr im Eingangsraum der Galerie präsentiertes Bild sieht. Sophia Hirsch spielt mit dem Geheimnis-und Phantasievollen. „Der Betrachter weiß nicht, was voraus ging, kennt den Entstehungsprozess des Bildes nicht, die verschiedenen Versionen und Fragmente“, so Sophia Hirsch. Ihre Bilder tragen Titel wie „Der Unfall“ oder „Der Vorleser“ und was genau sie ausdrücken, ist nur abstrakt zu erfassen. Sophia Hirsch arbeitet mit verschiedenen Farbschichten und durchschimmernden Lasuren. Ihre meist großformatigen Arbeiten enthalten Bleistiftlinien, Öl-Kreiden, Acrylfarbe und Sprühlack. Oft wisse sie selbst nicht, wohin das Bild sie führe, sie habe eine abstrakte Idee und sei jeweils offen für den Zufall, für die Veränderung, die im langwierigem Entstehungsprozess eintreten könne.

Weniger prozesshaft entstehen dagegen die Bilder von Johannes Mundinger, sein malerischer Stil wurzelt in der Graffiti- und Urban-Art Kunst. Manche Bilder wirken wie extra für die Ausstellung entstanden und sind auf die Wände der Galerie gesprüht, eine andere Bildserie ist auf portablen Fensterläden gemalt, die in der Galerie nun ausgestellt werden. Viele seiner Bildreihen sind Serien, die sich nummeriert fortsetzen. Es ist nicht die erste Ausstellung für den Künstler, der bereits deutschlandweit in Galerien präsentierte und in der „Urban Spree Galerie“ in Berlin residierte. Seine Karriere begann aber mit der Ausstellung „Zwischenspeicher“ in der Städtischen Galerie in Offenburg.

Mundingers Werke überraschen durch die Innovation: Die verschiedenen Techniken, die eine Vernetzung von Gegenstand, Bild und Räumlichkeit überzeugen. Sophia Hirschs anfängliche Zweifel „Wie sollen wir diese große Galerie mit unseren Bildern füllen?“, stellten sich bald als unbegründet heraus. Johannes Mundinger fügt hinzu, die Galerieleitung sei unglaublich hilfreich gewesen bei der Aufbereitung der Werke. „Es freut mich, dass unsere Bilder so harmonieren“, äußert Johannes Mundinger und beide Künstler drücken ihre gegenseitige Bewunderung bei der Vernissage aus.

Es ist nicht das erste Mal, dass die beiden ihre Werke gemeinsam präsentieren.Bereits in der Gruppenausstellung „Neue Sinnlichkeit“ in der ehemaligen Justizvollzugsanstalt Magdeburg zeigten sie zwei raumgreifende Collagen in einer der ehemaligen Gefängniszellen, sowie eine weitere großformatige Collage an der Fassade. Und doch ist diese Ausstellung die erste eigene, gemeinsame Ausstellung, und die erste große Ausstellung überhaupt für die 1987 geborene Sophia Hirsch, frische Absolventin der Berliner „Weißensee Kunsthochschule“.

Über achtzig Leute versammeln sich in dem Eingangsraum der Galerie, um die Eröffnungsrede von Thomas Motak, Leiter des Kulturreferats der Prager Botschaft, unter deren Schirmherrschaft die Ausstellung entstand, zu hören, und um einen Blick auf die Künstler zu werfen. Vor der Eröffnungsrede äußerte Sophia Hirsch, sie freue sich über die gut besuchte Vernissage und das rege Interesse an ihrer Kunst. „Ich habe überhaupt nicht mit so vielen Besuchern gerechnet“, so die junge Künstlerin staunend. Weitere Interessenten an der Kunst der Berliner Nachwuchstalente können die Ausstellung noch bis zum 30.8. in Prag besuchen.

 


 

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