Winterzeit ist Opernzeit! Bereits im vergangenen Oktober feierte „Lolita“ im Prager Ständetheater Premiere. Das Stück nach dem Bestseller von Vladimir Nabokov konfrontiert das Publikum mit Sinnlichkeit, Liebe und Sünde. Auch in der frisch rekonstruierten und neu eröffneten Staatsoper kommen Opernfans wieder auf ihre Kosten. Außerdem in den Kulturtipps: Das Leben der Clam-Gallas in der Reichenberger Regionalgalerie, Flugträume im DOX und Vernissage zu „Jugend malt Europa“.

Sinnlichkeit, Liebe und Sünde auf der Opernbühne

Opernfans können sich am 10. Januar im Prager Ständetheater in die Oper Lolita hineinhören, die im Oktober 2019 ihre Premiere feierte. Das Werk von Rodion Štědrin (1932) nach dem Beststeller des russisch-amerikanischen Schriftstellers Vladimir Nabokov (1899–1977) über die leidenschaftliche Beziehung des vierzigjährigen Literaturwissenschaftlers zu einem zwölfjährigen Mädchen behandelt Sinnlichkeit, Liebe und Sünde. In den Hauptrollen treten die russische Sopranistin Palageya Kurennaya als Lolita und der russische Baritonist Peter Sokolov als Humbert auf. Das Ensemble der Staatsoper Prag und der Kühn-Kinderchor wird vom deutschen Dirigenten Sergey Neller geleitet.Nach drei Jahren Generalsanierung hat das Prager Opernhaus nun wieder geöffnet - Foto: Petr Neubert

Am Donnerstag, den 16. Januar wird die weltbekannte Oper „Madame Butterfly“ von Giacomo Puccini – bereits im rekonstruierten Gebäude der Staatsoper Prag – aufgeführt. Die Geschichte des tragischen Opernstücks versetzt die Opernliebhaber nach Japan, wo sich der amerikanische Marine-Offizier Pinkerton von der Geisha Cio-Cio San, genannt Butterfly, bezaubern lässt. Nach einer missglückten Premiere in der Mailänder Scala überarbeitete der Komponist zwischen 1904-1907 sein Werk noch viermal, bis es schließlich einen Durchbruch erlangte. Die Hauptparts übernehmen die moldawische Sopranistin Olga Basuioc und der slowakische Baritonist Peter Berger.

Mehr zum Spielprogramm auf der Webseite des Nationaltheaters

Das Leben der Clam-Gallas  

„Gerechtigkeit ohne Furcht: die Gallas und Clam-Gallas in Böhmen“ in der Regionalgalerie Reichenberg - Foto: OGLIn der Regionalgalerie Reichenberg (Oblastní galerie Liberec), der fünftgrößten Galerie in Tschechien, startete Mitte Dezember die Ausstellung „Gerechtigkeit ohne Furcht: die Gallas und Clam-Gallas in Böhmen“ („Spravedlnost bez bázně: “Gallasové a Klam-Gallasové v Čechách). Die Kuratorin Anna Habánová macht die Besucher der Basinhalle der Galerie mit den Angehörigen des Adelsgeschlechts der Gallas und Klam-Gallas-Familie bekannt. Sie beginnt mit Mattthias Gallas (1588–1647) und endet bei den sieben Töchtern des letzten männlichen Mitglieds des Geschlechts, Franz Clam-Gallas (1854–1930). Neben der Lebensgeschichte der Adligen wird auch ihre politische, wirtschaftliche und kulturelle Wirkung verfolgt. Zu sehen sind Portraits von Angehörigen des Adelsgeschlechts, sowie Gegenstände, die die Adligen tagtäglich benutzten sowie Möbelstücke aus ihren Schlössern. Parallel zur Ausstellung finden kommentierte Besichtigungen und Edukationsprogramme statt, auch für Kinder wird eine Ausbildungsecke angeboten. Die Ausstellung ist zu sehen bis 1. März 2020.

Mehr auf der Webseite der Reichenberger Regionalgalerie

Der Traum vom Fliegen im DOX

Seine Bilder kennen Reisende in der New Yorker U-Bahn, sowie Besucher des Václav-Havel-Flughafens in Prag. Die Rede ist von Petr Sís (1949), dessen Buchillustrationen das Zentrum für Gegenwartskunst DOX (Centrum současného umění DOX) im Prager Stadtteil Holešovice aktuell präsentiert. Das Ausstellungsprojekt „Über das Fliegen und andere Träume“ („O létání a jiných snech“) zeigt fünf Autorenbücher des in New York lebenden tschechischen Illustrators."Der fliegende Mann" (Letící muž) - Foto: Jan Slavík/DOX Darin setzt er sich mit dem Thema der „inneren“ und „äußeren“ Freiheit auseinander. Zu sehen sind dort großformatige Bilder zu Sís' preisgekröntem autobiographischen Buch „Die Mauer – Wie ich hinter dem Eisernen Vorhang aufgewachsen bin“ („Zeď - Jak jsem vyrůstal za železnou oponou“), die „Drei Schlüssel“ („Tři zlaté klíče“), in der er sich an seine Kindheit in Prag erinnert, oder seine durch persische Sagen beeinflusste „Vogelversammlung“ („Ptačí sněm“). In den weiteren zwei Buchtiteln, „Robinson“ und „Der Pilot und der Kleine Prinz“ („Pilot a Malý princ“) befasst sich der Künstler mit der Freiheit des Menschen. Die Ausstellung des Buchillustrators Petr Sís läuft bis zum 10. Februar 2020.

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Jugend malt Europa

Im Rahmen des Streetart-Workshops „Jugend malt Europa“ schufen Schülerinnen und Schüler des Thomas-Mann-Gymnasiums in Prag eindrucksvolle Graffiti-Kunstwerke, die bald im Prager Goethe-Institut zu sehen sein werden. Die Landesversammlung der deutschen Vereine in der Tschechischen Republik und JUKON laden alle Interessierten am 16. Januar ab 18 Uhr zur Vernissage ins Goethe-Institut ein. Auf der Veranstaltung, die gleichzeitig den Auftakt für das Europa-Projektjahr mit dem Motto „Europäische Integration und Partizipation aus Sicht der deutschen Minderheit“ bildet, wird außerdem eine Kurzdoku der Landesversammlung gezeigt. Anschließend erwartet die Gäste ein kleiner Empfang.

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Jugend malt Europa - Foto: LV