In Eger (Cheb) ist die deutsche Minderheit seit Ende Juli mitten in der Stadt anzutreffen. Wegen auslaufender Verträge musste das Begegnungszentrum „Balthasar-Neumann-Haus“ nach fast 25 Jahren sein bisheriges Domizil im ehemaligen Klarissinnen-Kloster am Franziskaner-Platz räumen. Bei der feierlichen Einweihungsfeier am vergangenen Freitag wünschte der Egerer Oberbürgermeister Petr Navrátil dem Begegnungszentrum viel Erfolg am neuen Ort – schräg gegenüber von seinem eigenen Amtssitz.

Aus Prag waren zur Eröffnung der Präsident der Landesversammlung, Martin Dzingel, und Dieter Fuchsenthaler von der deutschen Botschaft angereist. Er sagte dem Zentrum auch weiterhin die finanzielle Förderung von Deutschkursen zu. Umgekehrt könnten bald auch Tschechisch-Kurse für interessierte Deutsche angeboten werden.

Von deutscher Seite waren Wolfgang Freytag vom Bayerischen Sozialministerium, die Heimatpflegerin der Sudetendeutschen, Zuzana Finger, und eine Delegation vom Bund der Egerländer angereist.

Inhaltlich wollen Alois Rott, Vorstand vom „Bund der Deutschen im Egerland“, und Hausherr Arnošt Franke ihre bisherige Arbeit fortsetzen. Das ist zunächst die Verbandsarbeit für über 500 Mitglieder. Doch gerade durch die zentrale Lage sollen auch Einheimische und Touristen ins Zentrum kommen, die bislang vielleicht gar nichts von der Existenz der deutschen Minderheit in Tschechien wussten. In der Bibliothek im Balthasar-Neumann-Haus können sich die Besucher umfassend informieren. Es gibt einen Seminarraum mit Möglichkeit zu Filmvorführungen, zudem stehen weiterhin regelmäßige Ausstellungen auf dem Programm.

Den Auftakt im neuen Begegnungszentrum machen Fotos aus dem Egerland von Jiří Rak. Sie sind bis Ende August im Balthasar-Neumann-Haus zu sehen.

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