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Gefangen in einer Welt aus Licht und Schatten

Antike Höhlenforschung im Angesicht von „Instant-Spiritualität“ - Foto: Veranstalter

Am Anfang des siebten Buches seines Dialogs Politeìa (Der Staat) beschreibt der griechische Philosoph Platon die Notwendigkeit des philosophischen Bildungsweges als Akt der Katharsis, in dem er über die Gerechtigkeit und deren Verwirklichung in einem idealen Staat diskutiert. Ausgangslage für die Gruppenausstellung „Plato's Third Eye“ mit Werken von mehreren internationalen zeitgenössischen Künstlern, die in Prag und Berlin gezeigt wird, ist ebendiese Ontologie Platon's. Mit Fokus auf das Thema Licht und Schatten wird eine Allegorie rund um den Begriff der Realität und das platonische Höhlengleichnis gebaut.

 

 

 

In der berüchtigten Höhle Platons kann alles, was wir in unserem täglichen Leben wahrnehmen, nur als bloße Schatten wahrgenommen werden, während die wahre „Realität“ sich nur denjenigen offenbart, die sich dem Reflektieren über die materiellen und messbaren Phänomene der Philisterwelt hinaus bemächtigen können. Das 2010 erschienene Esoterikbuch „The Secret History of the World“ von Marc Booth deutet den menschlichen Schädel als Höhle. Nach dem Autor ist unsere Wahrnehmung beschränkt und die imaginäre Flucht aus der Haft unseres eigenen Geistes stelle das „dritte Auge“ dar, das erst einen Einblick in die geistige Welt verschaffen kann.

Diese Form von „Instant-Spiritualität“, die die Faszination der heutigen Konsumgesellschaft genießt, ist Thema der Ausstellung in der MeetFactory – ganz im Sinne von: noch schnell den samstäglichen Einkauf verrichten vor dem Yoga-Kurs am Abend und nebenbei noch die Kabbala in zehn Minuten verstehen.

Kuratiert von Karina Pfeiffer Kottová werden ab 11. September Objektkunst, ortsspezifische Installationen, sowie konzeptionelle Projekte, die sich mit der Metapher “Licht und Schatten als Spannung zwischen dem Materiellen und Immateriellen” befassen, ausgestellt. Darunter sind auch die Arbeiten von zwei deutschen Künstlerinnen. Stina Werner und Annika Rixen befassen sich mit der Erscheinung von Realität und Spiritualität in einem zeitgenössischen Kontext. Die komplette Ausstellung stützt sich auf ein Projekt namens “Metaphysics of Discipline”, das bereits 2013 im “Tschechischen Zentrum in Berlin” vorgestellt wurde.

Weitere ausstellende Künstler sind: Matyáš Chochola (CZ), Alexandr Puškin (CZ), Annika Rixen (DE), Kirstine Roepstorff (DK), Pavel Sterec (CZ), Roman Štětina (CZ), Iris Touliatou (GR), Jaro Varga (SK), Sinta Werner (DE)

Die Vernissage findet am 11. September um 19 Uhr in der MeetFactory in Prag statt. Die Ausstellung wird für Besucher bis zum 26. Oktober zugänglich sein.

 

Weitere Infos finden Sie auf der offiziellen Seite der MeetFactory hier.

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