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Mit dem Blick des Fotografen - Bild: DOX

Ab dem 23. Oktober feiert ein Ausstellungsprojekt in Prag Weltpremiere. Bilder von 12 weltbekannten Fotografen zeigen unter dem Titel „This Place“ sehr unterschiedliche Eindrücke von Israel. Die Wanderausstellung beschäftigt sich mit kulturellen, sozialen und individuellen Problemen, die die Künstler bei Studienaufenthalten zwischen 2009 und 2013 vor Ort eingefangen haben.

 

 

Die Ausstellung ist sehr komplex aufgebaut und wird nicht monoton belichtet, da die Künstler verschiedenste Mittel benutzen, um ihre Sichtweise auf die fotografierten Subjekte auszudrücken.

Der Franzose Frederic Brenner zum Beispiel beschäftigte sich bereits mit seinem Projekt „Diaspora“ über 25 Jahre lang mit dem Schicksal der Juden in über 40 Ländern, lichtete jüdische Familien ab und beschrieb so ihren Alltag.

Wendy Ewald aus den USA hingegen benutzt eine sehr eigene Technik, die dem Betrachter zeigen soll, dass Modell und Fotograf sich in ihren Bildern identifizieren. Dafür benutzt sie unter anderem das Mittel der Schrift, welches sich auf den Negativen befindet und somit auch auf den späteren Bildern.

Der Slowake Martin Kollar ist als Kameramann von der Filmkulisse geprägt, was in seinen Bildern auch zum Ausdruck kommt. Die teilweise groteske Darstellung einer Szene lässt viele seiner Bilder wie ein Filmset aussehen.

Josef Koudelka aus Tschechien ist der Ansicht, jedes Bild erzähle eine Geschichte. Man sieht in seinen Bildern den Versuch, einen Moment einzufangen, an dem dies deutlich wird. Viele seiner Werke bewegen durch ihre Ausdruckskraft.

 


Der Koreaner Jungjin Lee ist ein handwerklich geschickter Fotograf, dessen Bilder zu Unikaten werden durch den Druck auf handgefertigtem Spezialpapier. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit Landschaftsszenen und „cross culture“ Fotografien.

Der Frazose Gilles Peress ist bekannt durch Fotos aus Krisengebieten. Er versucht den Grund für Auseinandersetzungen und Immigration in seinen Bildern festzuhalten, wodurch sie manchmal brutal erscheinen. Die Ausdrucksstärke wird den Bildern durch die Gewaltbereitschaft, oder Menschlichkeit der Modelle verliehen.

Fazal Sheikh aus den USA zieht die Aufmerksamkeit durch die emotionale Stärke seiner Modelle auf sich. Meistens stammen diese Portraits aus Kriegsgebieten, oder sind Bilder von Personen, die mit extremen Lebensumständen klarkommen müssen. Der Versuch, das Modell trotz der Nahaufnahme respektvoll erscheinen zu lassen, gelingt ihm immer wieder.

Der Amerikaner Stephen Shore ein Mann, der durch seine Bilder versucht, die Komplexität des Lebens einzufangen, indem er so viele verschiedene Dinge wie möglich fotografiert. Er ist bekannt durch seine stilisierte Belichtungstechnik des Bildes, wodurch ein Eindruck der Gesamtsituation entsteht.

Rosalind Solomon aus den USA will durch ihre Bilder den Lebenslauf eines Menschen festhalten und sein Überleben verständlicher machen. Ihre Fotos sind exemplarisch für die Möglichkeit, Abläufe aus einem Augenblick heraus zu erahnen oder Beziehungen zwischen Dingen oder Menschen herzustellen.

Der Deutsche Thomas Struth arbeitet mit dem Mittel der Verfremdung. Er ist bekannt für das Ablichten von Menschenmassen, die zum Beispiel eine Ausstellung ansehen. Er will dadurch herausfinden, inwiefern sich Menschen davon lenken lassen, was Vorbilder sie denken lassen wollen. Seine Landschaftsaufnahmen sind aber mindestens genauso bekannt.

Jeff Wall aus Kanada ist ein Gelegenheitsfotograf. Das heißt nicht, dass er nur gelegentlich ein Foto macht, sondern vielmehr, dass er bestimmte Gelegenheiten nutzt, und wenn es keine gibt, weiterzieht. Die dadurch entstandenen Bilder sehen weniger irreal aus, als solche, die gestellt worden sind.

Der im Jemen geborene Engländer Nick Waplington versucht mit seinen Bildern Stereotype auszumerzen, oder zu bestätigen. Seine Wohnzimmerbilder sind weltberühmt. Momentan sind seine Bilder von amerikanischen und israelischen Familien zu sehen.

Weitere Informationen zur Ausstellung und den Künstlern finden Sie auf den offiziellen Seiten (englisch): hier.

Mehr zum Kunstzentrum DOX gibt es auf dessen Seiten: hier.

 

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