Die Ackermann-Gemeinde in Landshut - Foto: Ackermann-Gemeinde

Nomen est omen. Die Ackermann-Gemeinde knüpft namentlich an eines der grundlegendsten Werke der mittelalterlichen deutschen Literatur an, den „Ackermann aus Böhmen“. Verfasst wurde es von Johannes von Saaz, tschechisch Janz z Žatce, und beschreibt ein leidenschaftliches Streitgespräch zwischen einem Ackermann mit dem Tod und eigentlich auch mit Gott, darüber, warum seine junge, schöne Frau nach der Geburt ihres Kindes sterben musste. Es geht um die Frage der Gerechtigkeit. Am Ende findet sich der Ackermann aber durch das Treffen mit Gott mit dem Schicksalsschlag ab und akzeptiert ihn.

Ein Wegweiser zur Burg mit der roten Unterhose, die für vergangene Zeiten steht und Zemans Umgang mit Recht und Gesetz symbolisiert - Foto: Tomáš Randýsek

Vor einem Vierteljahr hatte der tschechische Kulturminister Antonín Staněk den international geschätzten Chef der Prager Nationalgalerie, Jiří Fajt, entlassen. Der habe sich angeblich im Amt bereichert, was bis heute unbewiesen ist. Mit seinem Schritt tat der Minister aber Präsident Miloš Zeman einen großen Gefallen, der Fajt nicht ausstehen kann.

Neue alte Grenzen durchziehen Europa - Illustration: Jiří Bernard

1989 wurde hier der Eiserne Vorhang zerschnitten. Den Weg in den Westen bahnten sich damals viele DDR-Flüchtlinge auch über den Neusiedler See. Vor vier Jahren zogen Flüchtlinge aus dem Nahen Osten über die Grenze nach Österreich. Unser Autor Luboš Palata kehrt immer wieder an diesen Ort zurück.

Ursula von der Leyen bei einem Besuch in Prag - Foto: Tomáš Randýsek

Die Premiers der vier Visegrád-Staaten (V-4) Polen, Ungarn, Tschechien und Slowakei haben maßgeblich das Brüssler Geschachere um die Besetzung der künftigen Spitzenposten in der EU beeinflusst. Ihr Nein zum niederländischen Sozialisten Frans Timmermans als neuem EU-Kommissionschef feierten sie als großen Sieg. Tschechiens Regierungschef Andrej Babiš hatte stellvertretend für alle die rote Linie gezogen: „Timmermans ist für uns unannehmbar, wäre die totale Katastrophe."

Die Großdemonstration Anfang Juni in Prag - Foto: Tomáš Randýsek

In Tschechien kommt es zu den größten Demonstrationen seit 1989 gegen Andrej Babiš und seine Regierung. Wie lange kann der Premier das ignorieren?

Illustration: Jiří Bernard

Am 1. Mai vor 15 Jahren traten im Zuge einer großen Erweiterungswelle acht Staaten aus dem ehemaligen Ostblock der Europäischen Union bei. Das war ein großer Fehler, für den die Europäische Union heute bitter zahlen muss.

Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babiš und NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im März 2018, Foto: NATO/Pressebild

Es sind zwei Jubiläen nur wenige Tage voneinander entfernt. Der 15. März 1939 und der 12. März 1999. Das erste Datum bedeutete das endgültige Zerbrechen des Traums von der Tschechoslowakei als unabhängiger, souveräner Staat und die nationalsozialistische Okkupation, die später zu einer sowjetischen wurde. Das zweite Datum dagegen brachte Tschechien Sicherheitsgarantien, um die sich unsere Vorfahren vor dem Zweiten Weltkrieg vergeblich bemühten.

Ende einer einseitigen Liebe - wie in Banksys "Mädchen mit Ballon"? / Foto: pixel2013/Pixabay

Wir in Mitteleuropa, dem Teil des Kontinents, der es niemals zu Überseekolonien brachte, haben Großbritannien immer bewundert. Aber schon vor 100 Jahren war diese Liebe eine einseitige...

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