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Foto: Prager Burg

Nein, so richtig glücklich können Tschechiens Katholiken nicht sein. Zwar sind seit Donnerstag letzter Woche die teilweise Jahrzehnte langen Streitigkeiten mit dem Staat über die Rückgabe des unter den Kommunisten „verstaatlichten" Eigentums auf dem Areal der Prager Burg zu den Akten gelegt. Doch die Kirche hatte sich nach der gesellschaftspolitischen „Wende" 1989 etwas anderes vorgestellt.

 

 

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Logo: ČSSD-Partei

Man kann über den Tagungsort, den einstigen Prager Kulturpalast, lästern, weil dort bislang nur die Kommunisten tagten. Und man muss nach zwei Tagen in einem Partei getreuen, grell orangefarben ausgekleideten Sitzungssaal womöglich auch einen Augenarzt aufsuchen. Doch dessen ungeachtet haben die regierenden tschechischen Sozialdemokraten dort am Wochenende einen guten Parteitag über die Runden gebracht.

 

Foto: Kreidetafel mit Aufschrift "Das böhmisch-mährische Hochland ruft: Komm zurück!" beim letzten Nationalfeiertag in Prag - Bild: LandesEcho/tra

Zwei Jahre thront Miloš Zeman jetzt auf der Prager Burg. Der selbst ernannte „Präsident der 10 Millionen kleinen Leute" hat sich in dieser Zeit vor allem einer Berufsgruppe gewidmet: regelmäßig watscht er die Journalisten ab. Damit begann er schon bei seiner Rede zur Einführung in sein Amt. Da nagte in ihm tief, dass die meisten der großen Prager Zeitungen im Wahlkampf ziemlich unverblümt seinem Widersacher Karel Schwarzenberg publizistisch die Daumen gedrückt hatten.

 

Foto: Kebab Imbiss in Brünn - Foto: tra

Nur Mut, möchte ich der Muslimischen Gemeinschaft in der Tschechischen Republik zurufen. Sie erwägt, Strafanzeige gegen den politischen Rechtsaußen des Landes, Tomio Okamura, zu stellen. Volksverhetzung und Aufstachelung zum Rassenhass könnte man ihm zur Last legen. Das ist ein Straftatbestand, bei dem es auch Okamuras Kollegen im Prager Abgeordnetenhaus schwerfallen dürfte, ihn mit seiner Immunität zu schützen und nicht an die Justiz auszuliefern - wenn man die Parlamentarier noch ernst nehmen soll.

 

Bild: Logo Radiožurnál hinter Gittern

Man weiß nicht, ob man weinen oder lachen soll. Der Rundfunkrat des öffentlich-rechtlichen Tschechischen Radios hat auf die zahlreichen Beschwerden von Hörern reagiert und ist zu dem Schluss gekommen, dass für die vulgären Aussagen von Präsident Miloš Zeman im jüngsten „Gespräch aus Lány" der Sender Radiožurnál verantwortlich war. Die Ausstrahlung von Zemans Äußerungen hätte das Gesetz und den Kodex des Rundfunks verletzt.

 

Foto: Demonstrant am 17. November mit Plakat "Präsident und Regierung locken uns Richtung Osten" - Bild: tra

Es war ein feierlicher Moment, als im amerikanischen Kongress dieser Tage feierlich eine Büste von Václav Havel enthüllt wurde. Als vierter Europäer nach Winston Churchill, dem ungarischen Revolutionär Lajos Kossuth und dem schwedischen Diplomaten Raoul Wallenberg steht Havel jetzt in Nachbarschaft zu US-Größen von einst wie Abraham Lincoln.

 

Foto: Demonstantinnen am 17. November mit Plakat pro Havel und contra Zeman - Bild: tra

Bei seinem mittlerweile legendären Radio-Gespräch, in dem auch äußerst vulgäre Ausdrücke fielen, ereiferte sich Tschechiens Präsident Miloš Zeman über seine Kritiker, die er pauschal „Prager Kaffeehausgänger" nannte. Er fand in Wahrheit einen nicht ganz so schönen Ausdruck. Aber man weiß, dass es mitunter nicht schicklich ist, das Staatsoberhaupt wörtlich zu zitieren. Also bleibe ich bei dieser netten, unverfänglichen Bezeichnung.

 

Bild: Wahlurne

Die "Babišisierung" der Republik schreitet voran. Babiš verkennt aber, dass seine Bewegung längst als "normale" Partei wahrgenommen wird. Das hat irgendwann Konsequenzen: ANO wird zunehmend auch an den Ansprüchen einer Partei gemessen werden - das wird den Höhenflug auch mal stoppen.

 

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