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Prager Kurswechsel gegenüber dem Reich der Mitte

Foto: Prager Burg vom Pulverturm aus gesehen - Bild: Commons/C1815

Zwanzig Minuten dauerte am Dienstag das große militärische Zeremoniell auf der Prager Burg für Chinas Präsidenten Xi Jinping. Xi, nur im Anzug, fror sichtlich im scharfen Wind, der erfolgreich selbst den schweren roten Teppich attackierte und den Donnerhall der 21 Salutschüsse bis weit in Stadtteile auf der anderen Seite der Moldau trug.

Rechter Schulterschluss in Prag

Foto: Demonstrant mit Plakat "Präsident und Regierung locken uns nach Osten" - Bild: LE/tra

Vollendet hat sich am Samstagnachmittag der tschechische Schulterschluss mit Pegida. Die hatte für Samstag zu einer paneuropäischen Demonstration gegen den Islam aufgerufen. In Tschechien waren über 4000 Menschen dem Ruf gefolgt, auf dem Burgvorplatz gegen die „drohende Islamisierung des Abendlands“ zu demonstrieren. Live-Schaltungen aus Dresden und Reden auf Tschechisch und Deutsch verschafften der Demo den Flair eines Grand Prix d´Eurovision der 70er Jahre. Auch das Durchschnittsalter der Demoteilnehmer, geschätzte 58 Jahre, hatte etwas von Schlagerveranstaltung an sich.

 

Die Kalaschnikow verbal im Anschlag

Illustration: AK 47 Sturmgewehr

Im vergangenen Oktober standen auf dem New Yorker Flughafen JFK gleich zwei tschechische Regierungsmaschinen. Mit der einen war Präsident Miloš Zeman zur UN-Vollversammlung gekommen. Mit der anderen Premier Bohuslav Sobotka auf Einladung von US-Vizepräsident Joe Biden. Zeman gilt für Biden oder gar für Präsident Obama wegen seiner ideologischen Nähe zu Russland als „VIP PNG".

 

Nachrufe mit Nachgeschmack

Foto: Miloslav Ransdorf - Bild: Commons/Janwikifoto

Es gab in den tschechischen Zeitungen bemerkenswerte Nachrufe auf den in der vergangenen Woche plötzlich verstorbenen EU-Abgeordneten der kommunistischen KSČM, Miloslav Ransdorf. In den Blättern seiner politischen Gegner - Lidové noviny und Mladá fronta dnes - zollte man ihm eine gewisse Achtung, auch wenn man dort betonte, dass man mit ihm nur schwer inhaltlich, sprich ideologisch, übereinstimmen konnte. Aber man zollte ihm Respekt.

 

 

Ende der schlechten Laune oder: Wer folgt auf Zeman?

Foto: Anti-Zeman-Schild am Nationalfeiertag 2014 - Bild: LE/tra

Ich bin, obwohl ich mittlerweile fast nur noch für Zeitungen  schreibe, eigentlich ein gelernter Radio-Mensch. Lange Zeiten in meinem Arbeitsleben habe ich hinter dem Mikrofon verbracht. Daher rührt meine besondere Zuneigung zu diesem Medium, die sich bis heute erhalten hat.

 

Neues Jahr, neue Chance

Illustration: Europafahne mit Fragezeichen - Bild: LE/tra

Sprache ist immer auch ein Stimmungsbild der aktuellen Lage im jeweiligen Land. Es ist also kein Wunder, dass 2015 das Wort „Flüchtlinge“ in Deutschland zum Wort des Jahres gewählt wurde. Jetzt hat die Tageszeitung „Lidové noviny“ die Ergebnisse ihrer Leserumfrage zum tschechischen Wort des Jahres veröffentlicht. Auch hier hat das Wort „uprchlík“ (Flüchtling) mit großem Abstand gewonnen.

 

 

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