Aktuelle Seite: StartseitePolitikEhre den Opfern

Porzellanscheidung

Zwanzig Jahre ist es her, dass Tschechen und Slowaken sich entschlossen haben, ihren gemeinsamen Staat aufzulösen.

 

Doch was heißt Tschechen und Slowaken – das Volk war es nicht, das damals die Teilung beschloss. Sondern die Politiker. Sie kamen damals nach den Wahlen im Sommer 1992 zu dem Schluss, es sei besser, in Zukunft getrennte Wege zu gehen. So wurde der damals 74 Jahre junge Staat zum 31. Dezember 1992 aufgelöst. Wie die „Samtrevolution“ drei Jahre zuvor, lief auch die „Samtene Scheidung“ im Vergleich zu anderen Ländern sehr friedlich und geordnet ab. Das brachte dem Land beide Male höchste Anerkennung und Bewunderung in der Welt ein.

 

Während es damals im Volk keine Mehrheit für den Beschluss der Regierung gab, hat sich die Beurteilung der friedlichen Trennung mit den Jahren zum Positiven verändert. Im Jahre 1992 waren die Tschechen in ihrer Meinung über die Teilung unentschieden – 46 Prozent waren dafür, 45 Prozent dagegen. Für sie war es vor allem das Gefühl, die Slowaken mitzufi nanzieren, das die Hälfte der Menschen für eine Teilung stimmen ließ. In der Slowakei dagegen ging es den teilungswilligen Menschen um mehr Selbständigkeit und weniger Bevormundung durch die Tschechen. Hier waren es jedoch nur 41 Prozent, die einen eigenen Staat unterstützten, 46 Prozent wollten die Tschechoslowakei weiter aufrechterhalten.

 

Heute sieht dagegen die Mehrheit der Menschen aus beiden Ländern die Teilung positiv.

 

Und auch der tschechische Präsident Václav Klaus beurteilt die Teilung der Tschechoslowakei positiv: In einem Brief zum 70. Geburtstag des damaligen slowakischen Premiers Vladimír Mečiar nennt er diese Zeit einen Moment, „als uns die Geschichte und das Schicksal eine ungeheure Verantwortung in die Hände gelegt haben“. Aber nach seiner Ansicht kann man „sagen, dass es uns gelungen ist“, über das Schicksal der beiden Länder richtig zu entscheiden. Und das wichtigste für ihn, schreibt er, sei, dass die beiden Länder auf allen Ebenen, „vielleicht sogar mehr als früher, die besten Freunde und Verbündeten sind.“

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Aktuelle Artikel - Radio Prag

Zitat des Tages

Gnther Jauch
Günther Jauch: „Bildung kann einen sehr glücklich und gelassen machen.“
von zitate-online.de

Unsere Kooperationspartner

 

tschechien-online

prag-aktuell

Man spricht Deutsch

Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren

Verlag Host Brno

kidscompany

Wetter

x



Das LandesEcho wird gefördert durch:
Institut für Auslandsbeziehungen (ifa)         ministerstvo-kultury-mini

Zum Anfang

Copyright © 2014 Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien. Alle Rechte vorbehalten.