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Bayern reicht nach Böhmen

Der jahrzehntelange Streit um den Egerer Stadtwald könnte in einer außergerichtlichen Einigung enden: Schon Ende Juni beschloss der Stadtrat von Eger, gemeinsam mit dem Landkreis Tischenreuth die Stiftung „Egerer Wald“ ins Leben zu rufen.

 

 

Diese Stiftung soll den Ertrag von 831 000 Euro übernehmen, der erwirtschaftet wurde, während der Wald unter der treuhänderischen Verwaltung der Bundesrepublik Deutschland lag.

 

Gleichzeitig mit dem Beschluss ernannte der Stadtrat auch die vier tschechischen Mitglieder des achtköpfigen Verwaltungs- und Aufsichtsrates der Stiftung, darunter der Bürgermeister von Cheb (Eger) und weitere Stadträte, sowie leitende Angestellte der Stadtverwaltung. Von den vier (bundes)deutschen Mitgliedern im Verwaltungsrat wird eins von der Sudetendeutschen Stiftung und ein weiteres vom Egerer Landtag ernannt.

 

Ziel der Stiftung ist es, „die heutigen Bürger von Cheb und deren Nachkommen mit den ehemaligen Egerern und deren Nachkommen beiderseits der Grenze zusammenzuführen – in der gemeinsamen Bemühung ums Aufbewahren und weitere Entwicklung der Kultur und der Geschichte der Stadt Eger/Cheb und des historischen Egerlandes“. Geschätzt wird, dass der Wald jährlich einen Ertrag von 80 000 Euro erwirtschaften wird.

 

Historischer Streit

 

Der Streit um den Egerer Stadtwald reicht zurück in die Zeit des Kalten Krieges. Der Wald liegt zwar heute in Bayern, war aber seit 1554 im Besitz der „Freien Reichsstadt Eger“, die bis 1860 rechtlich selbständig war. Nach der Vertreibung der Deutschen klagten die Vertriebenen, dass sie in der Tschechoslowakei alles verloren hätten und dass es deswegen gemein wäre, wenn die Tschechen auch noch nach Bayern griffen. Mit Ausbruch des Kalten Krieges legte die Bundesrepublik Deutschland ihre Treuhand über den Wald.

 

Lange drängten die Vertriebenen darauf, den Wald zu konfiszieren, nach dem Motto: „Enteignet die Enteigner“. Damit stießen sie bei deutschen Gerichten allerdings auf Granit. Die Enteignungsdekrete hätten keinerlei Wirkung in Deutschland und Cheb sei nicht der Rechtsnachfolger der Gemeinde Eger, begründete der deutsche Staat seine Ablehnung. Zudem sei es ja nicht die Stadt Cheb gewesen, welche die Vertreibung der Deutschen verursacht habe, argumentierte das Regensburger Gericht.

 

Sollte die außergerichtliche Einigung scheitern, könnte der Streit um den Egerer Stadtwald erneut losgehen: „Da die Bundesrepublik Deutschland Berufung gegen das Regensburger Urteil eingelegt hat, liegt die Sache jetzt beim Münchner Verwaltungsgericht als zweiter Instanz“, sagte Franz Pany, Bundesvorsitzender der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“ gegenüber der LZ.

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