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„Mosaik der Problematik“

Oberösterreich – Tschechien: Volkskultur verbindet - Foto: Nora Dohles

Beim gestrigen Treffen zwischen Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer und dem tschechischen Kulturminister Daniel Herman in Prag wurden laufende und neu geplante Projekte zu einer engen kulturellen Kooperation zwischen Österreich und Tschechien diskutiert.

 

 

 

 

Im anschließenden Pressegespräch stellten die beiden Politiker die breite Skala der Zusammenarbeit vor, bevor Pühringer zu einem Treffen mit Tschechiens Verkehrsminister Antonín Prachař und Staatspräsident Miloš Zeman weiterfuhr. Das Jubiläum des Falls des Eisernen Vorhangs vor 25 Jahren ist in diesem Jahr bei kulturellen Aktionen ein wesentlicher Faktor. „Die Kultur ist eine universelle Sprache“, sagte Herman. Sie solle zum Verständnis auf unterschiedlichen Wegen und zur Überwindung der Reste des Eisernen Vorhangs in den Köpfen der Menschen auf beiden Seiten der Grenzen dienen.

Die nächste gemeinsame Veranstaltung ist der Besuch des Prager Staatstheaters in Linz am 30. August. Es laufen aber auch schon Kooperationen, wie 47 Schulpartnerschaften, 10 Städtepartnerschaften und die Aktivitäten von 400 Firmen aus Oberösterreich, die in Tschechien tätig sind. Für das Kulturhauptstadtjahr Pilsen 2015 konnte auch ein Erfahrungsaustausch mit der ehemaligen Kulturhauptstadt Linz (2009) vereinbart werden.

Pühringer verwies auch auf das gemeinsame Geschichtsbuch, ein Projekt zur Aufarbeitung der tschechisch-österreichischen Vergangenheit, auch für nächste Generationen. Hier überließ Pühringer dem anwesenden Österreichischen Botschafter Ferdinand Trauttmansdorff das Wort, der eine finanzielle Sicherung des Projekts von österreichischer Seite für die nächsten drei Jahre bestätigte. Zudem kündigte er weitere Gespräche mit einer Historikerkommission in der nächsten Woche an, die eine Grundlage für einen konkreten Fahrplan schaffen sollen.

Für die Feierlichkeiten zum 25. Jubiläum der Öffnung des Eisernen Vorhangs zwischen Österreich und Tschechien wurde der 11. Dezember festgesetzt. Pühringer sagte, das Ereignis hätte Österreich vor einem Vierteljahrhundert von einer Randlage wieder in die Mitte Europas gerückt, womit auch das Gefühl von „133 Kilometern Weltende“, das die Grenze damals symbolisierte, verschwand.

Um eine nachhaltige Entwicklung zwischen beiden Ländern zu sichern, müssten die Grenzen in den Köpfen verschwinden, waren sich beide Politiker einig. Auf die Frage, wie weit man denn beim Abbau dieser Grenzen gekommen sei, sagte Herman: „Wir befinden uns irgendwo in der Mitte des Weges. Die massive kommunistische Hirnwäsche über 40 Jahre hinweg hat ihre Spuren hinterlassen.“ Eine Erneuerung an der Oberfläche sei nicht das Problem, sondern die Arbeit in den Köpfen, auch über mehr als eine Generation hinaus.

Angesprochen auf die Beneš-Dekrete sprach Herman von einem „Mosaik der Problematik“, das sich aus den Bruchstücken der Vergangenheit zusammensetzt. Man dürfe die Vertreibung der Sudetendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Tschechoslowakei „sicherlich nicht vergessen“, denn „jetzt ist freies Sprechen möglich.“ Der Ausbau dieses „Raumes der Freiheit“ sei nun Aufgabe der Historiker.

 

 


 

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