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Komm‘, ich zeig‘ dir meine Stadt

In Brno angekommen, stellen sich für junge Backpacker schnell die wichtigen Fragen: Wo gibt es den besten Kaffee der Stadt, wo treffen sich die jungen Brünner auf ein Bier und was hat es mit dem Brünner Krokodil auf sich? Hier kommt ein Stadtplan von jungen Leuten für junge Leute genau richtig.

Das ist das Prinzip von USE-IT Europe, das mit Guides für Prag und Ostrava schon in der Tschechischen Republik vertreten ist. Im Mai soll es auch in Brünn so weit sein. USE-IT entstand 1971, zu den Hochzeiten der Hippies, in Kopenhagen als low-budget Infostand für junge Reisende. Hier entstand auch der erste Stadtplan, der im „Huset“, einem alternativen Jugendzentrum, verteilt wurde. Es folgten Oslo, Rotterdam und Belgien – immer mit derselben Philosophie: Junge Einheimische zeigen jungen Besuchern ihre Stadt und geben Tipps abseits vom touristischen Mainstream – umsonst, nichtkommerziell und in der lingua franca Englisch. 2007 wurde daraus USE-IT Europe.

7 Use-itMittlerweile gibt es die Stadtpläne für insgesamt 22 europäische Städte – von Aachen bis Warschau. Die Initiative geht dabei immer von den jungen Stadtbewohnern aus. Sie nehmen Kontakt zum USE-IT-Netzwerk auf, kümmern sich eigenständig um die Finanzierung, die meist von der Stadt oder von ortsansässigen Jugendorganisationen getragen wird, und machen sich an die etwas andere Kartographie ihrer Stadt.

Gratis Geheimtipps

So wie Mariana Firbasová, die gemeinsam mit acht jungen Leuten zwischen 23 und 28 an USE-IT Brno arbeitet: „Ich denke, jeder von uns hat eine etwas andere Motivation, aber eins haben wir alle gemeinsam: Wir lieben Brünn und möchten anderen zeigen, wie wir als Brünner unsere Stadt sehen“, erklärt Mariana. „Wir wollen unsere Lieblingsorte zeigen und so jungen Besuchern die Möglichkeit geben, die Stadt so zu genießen wie wir.“ Die Stadtpläne bieten eine Alternative zu den klassischen Touristenführern und zeigen eine andere Sicht auf die besuchte Stadt. „Bisher gibt es keine Reiseführer für junge Menschen in Brünn – dabei ist es eine Studentenstadt“, betont Mariana und ist sich sicher, dass USE-IT in Brünn gut ankommen wird.

Die hippen Stadtpläne werden jährlich aktualisiert, denn nichts ist ärgerlicher als wenn das kleine Café mit dem besten Kuchen der Stadt, zu dem sich der hungrige Tourist samt Rucksack aufgemacht hat, nicht mehr existiert.

Die faltbaren Reisebegleiter passen in jede Hosentasche und bestehen nicht nur aus einem Stadtplan, in dem die Lieblingsorte der jungen Prager, Ostrauer oder Brünner markiert und mit einer kurzen Erklärung versehen sind. Daneben gibt es auch kurze humorvolle Einblicke in die Seele der Stadt und vor allem ihrer Bewohner. So werden etwa dem interessierten Ostrava-Besucher die Besonderheiten der einheimischen Sprache erklärt – natürlich nicht ohne einen augenzwinkernden Verweis auf den böhmischen „Singsang“. An dem erkennen die Einheimischen nämlich sofort einen Prager, der sich in das schwarze Herz der Republik verirrt hat.

Mit den Prager Kartographen stehen die Brünner in engem Kontakt, außerdem holen sie sich Tipps bei ihren Brüsseler Kollegen, die ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die Idee des europäischen USE-IT Netzwerks scheint also zu funktionieren. Genauso die Arbeitsteilung in Brünn: Die meisten der neun Macher konzentrieren sich auf den Inhalt der Karte, also lokale Insidertipps, daneben gibt es einen Graphiker und zwei Kartographen. „In unserem Team sind die verschiedensten Fachrichtungen vertreten, so können wir einen vielseitigen Blick auf Brünn bieten“, ist Mariana überzeugt. Ihr persönlicher Geheimtipp ist übrigens das Restaurant „Hostinec u Semináru“, das etwas versteckt liegt. „Dort gibt es köstliches tschechisches Essen und lokales Bier zum kleinen Preis. Ich liebe die Einrichtung – es ist wie eine Zeitreise in die Zwischenkriegstschechoslowakei“, schwärmt Mariana von ihrem Brünn.

Weitere Informationen und die Stadtpläne zum Ausdrucken gibt es unter: www.use-it.travel

Die Autorin ist ifa-Redakteurin der LandesZeitung.

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