Das westböhmische Chodau (Chodov) kümmert sich vorbildlich um seine deutsche Vergangenheit. Kürzlich wurde die Grabstätte der Unternehmerfamilie Gasch hergerichtet und wieder gesegnet.

Das Chodenfest mit der Laurentiuskirchweih war auch in diesem Jahr wieder ein Fest der Freundschaft, der Begegnung und der ausgezeichneten Zusammenarbeit zwischen den jetzigen und früheren Bewohnern von Chodau (Chodov) bei Karlsbad (Karlovy Vary). Im alten Teil des Stadtfriedhofes von Chodau, auf dem man die Deutschen aus der Stadt bis 1946 bestattete und welcher später geplündert worden war, befindet sich im rechten hinteren Bereich die Grabstätte der Familie Gasch. Der Unternehmer Carl Gasch war zugleich auch Gründer der jetzigen Firma Chodos, die in Chodau Geräte zur Herstellung von Gummi und Kunststoff produziert.

Miloš Bělohlávek, der sich mit der Geschichte der Stadt Chodau beschäftigt, stellte im Jahr 2014 den Kontakt zu einem ehemaligen Dortmunder Professor namens Bernd Gasch her. In einer E-Mail fragte er nach einem Zusammenhang zwischen Bernd Gasch und dem Fabrikgründer Carl Gasch und lud den Professor nach Chodau ein. Dieser meldete sich umgehend zurück und nahm die Einladung zum Besuch der Stadt an.

Chodau Kirche Patrik Pizinger Richard Sulko Ludek Soukup web Foto Sulko

Durch Zuwendungen der Stadt, des Karlsbader Bezirkes, des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und der Familie selbst wurde im Rahmen des historischen Wochenendes und der Laurentiuskirchweih am 10. August 2019 das Grab der Familie Gasch eingeweiht.

Überraschende Ansprache

Die sehr gut besuchte heilige Messe zelebrierte Pater Romuald Štěpán Rob aus Karlsbad. Schon der feierliche Einzug zum Gottesdienst mit Weihrauch, Kreuz und der Vereinsfahne des Bundes der Deutschen in Böhmen zeigten, dass es sich um einen bedeutenden Tag handelte. Was für eine Überraschung für die „nicht Eingeweihten“, als der Bürgermeister Patrik Pizinger die Gäste begrüßte: Er sprach ein sehr gutes Deutsch.

Nach der Messe ging es auf den Friedhof neben der Kirche, wo eine kurze Andacht an einem neuen Denkmal für alle Bewohner der Stadt stattfand. Im Anschluss daran besichtigten die Teilnehmer des Gottesdienstes auch das renovierte Familiengrab der Familie Gasch. Nach Ansprachen und Blumenniederlegung von den Angehörigen der Familie sowie der Stadt folgten die Segnung und gemütliches Beisammensein mit Bier, Kaffee, Schnitzel und Kuchen im Pfarrgarten.


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