Mitte Juli beschmierten zwei deutsche Touristen die Prager Karlsbrücke mit einem fünf mal zwei Meter großen Graffiti. Nun wurden sie rechtskräftig verurteilt, nachdem das erste Urteil von den Verteidigern angefochten worden war.

Es war ein übler Spaß, den sich die beiden 23 und 30 Jahre alten Männer während ihres Ausflugs Mitte Juli in die tschechische Hauptstadt leisteten. In der Nacht vom 15. auf den 16. Juli besprayten sie unter Alkoholeinfluss die Karlsbrücke auf der Prager Kleinseite mit einem fünf mal zwei Meter messenden Schriftzug, bei dem es sich um den Namen einer tschechischen Metal-Band handelte (das LandesEcho berichtete). Nach Auskunft des Nationalen Denkmalamts (Národní památkový ústav) war es die flächenmäßig größte Beschädigung des rund 600 Jahre alten tschechischen Nationaldenkmals.

Die Täter wurden auf frischer Tat ertappt und zu einer Geldstrafe sowie einem Einreiseverbot in die Tschechische Republik verurteilt. Nachdem die Verteidiger der beiden Deutschen das Urteil angefochten hatten, sprach das Amtsgericht für den ersten Prager Stadtbezirk das Urteil am Mittwoch noch einmal aus. Sie erhalten ein Jahr Haft auf Bewährung, 100 000 Kronen (ca. 4 000 Euro) Strafe und fünf Jahre Einreiseverbot nach Tschechien. Beide Täter konnten durch Zeugen eindeutig identifiziert werden, allerdings bekannte sich nur einer der beiden zu der Tat.

Der Fall sorgte landesweit für Aufsehen und heizte die Diskussionen um den problematischen Massentourismus in der tschechischen Hauptstadt weiter an. Der Deutsche Botschafter in Prag, Christoph Israng, bat für die Tat um Verzeihung und bezeichnete das Geschehene als „Akt kultureller Barbarei“. Auch die unsachgemäße Reinigung in einer Guerilla-Aktion sorgte im Nachgang für Schlagzeilen.