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Der deutsch-ägyptische Politologe und Buchautor Hamed Abdel-Samad ist ein beliebter Gast bei Talkshows und im Feuilleton. Während einer Stippvisite in Prag sprach er mit der LZ über den Islam.

Hamed Abdel-SamadSie sagen, Sie seien vom Glauben zum Wissen konvertiert. Schließt das eine das andere aus?

Das muss sich nicht ausschließen, wenn man beides auseinanderhält. In meinem Fall ging es aber nicht anders, da der Glaube in meine Erziehung sehr tief eingedrungen war – und in meine Lebensplanung. Mein Vater war ja Imam. Das war schon ein Hindernis. Denn wenn der Glaube zu viel Einfluss auf die Erziehung, auf die politische Ausrichtung, auf das Verständnis von Forschung, Wissenschaft hat, dann kann das eine das andere ausschließen. Es gibt gläubige Menschen, die wissend sind – Wissenschaftler, die Glauben und Wissen voneinander getrennt haben. Da eine Trennung für mich nicht möglich war, da ich in meiner Kindheit die Religion sozusagen mit der Muttermilch bekommen habe, war zunächst mal die radikale Lösung, sich von einer Seite zu trennen, um auf der anderen Seite anzukommen.

Haben Sie sich von der Religion oder vom Glauben getrennt? Das ist ja ein Unterschied.

Es ist ein Unterschied. Glaube ist etwas, was nicht erfassbar ist. Es ist etwas, das immer im Wandel, in Bewegung ist. Wissen auch. Ich halte nichts von Aspekten der Religion, des Glaubens, die exklusiv sind, die andere ausgrenzen, die gegen die Vernunft, die gegen ein friedliches Zusammenleben sind. So gesehen habe ich mich von den politischen und juristischen Seiten des muslimischen Glaubens, konfliktgeladen oder konfliktfördernd sind, getrennt.

 

Petr Robejšek, deutsch-tschechischer Analytiker und Ökonom, sprach mit der LZ über die Zukunft der Politik, die deutsch-tschechischen Beziehungen und warum Tschechien den Euro besser nicht einführen sollte.  

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