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Mehr als ein Übersetzer

Logo: Kurt Krolop Forschungsstelle - Bild: cuni.cz

Noch immer gibt es einige Dichter des Prager deutschen Schriftstellerkreises, deren Namen nur selten im gleichen Atemzug mit Franz Werfel, Max Brod oder Franz Kafka genannt werden. Den deutsch-tschechischen Übersetzer und Dichter Rudolf Fuchs stellt der Literaturwissenschaftler Konstantin Kountouroyanis am 24.11. im Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren nun genauer vor.

 

 

Rudolf Fuchs (1890 - 1942) stammte aus Poděbrady, etwa 60 Kilometer nordöstlich von Prag. Ab seinem zehnten Lebensjahr wuchs er bilingual auf, was ihm die besten Voraussetzungen für seine spätere Arbeit als Übersetzer verlieh. In der Kleinstadt hielt es ihn nicht lang und zum Abschluss der deutschen Realschule begab er sich nach Prag. Den Ersten Weltkrieg erlebte er als Soldat an der Front. Nach dem Waffenstillstand kehrte er nach Prag zurück und schloss sich dem Prager deutschen Schriftstellerkreis an. Als damals bekannte Persönlichkeit der literarischen Szene verhalf er aber auch anderen Dichtern zum Durchbruch. 1935 etwa ließ er Lenka Reinerovás erstes Gedicht im Prager Tagblatt veröffentlichen.

Schon zuvor hatte er zwar schon zwei eigene Gedichtbände veröffentlicht, fand nun aber besonders als Übersetzer großen Zuspruch. Besonders bekannt sind Fuchs‘ Übersetzungen der „Schlesischen Lieder“ (Slezské písně) des schlesischen Dichters Petr Bezruč. Fuchs‘ Talent erkannte aber auch die Industrie- und Handelskammer, für die er Übersetzungen anfertigte.

Als Jude und Mitglied der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei, der er seit ihrer Gründung 1921 angehörte, musste Fuchs 1939 vor den Nazis fliehen. Über einige Stationen gelangte er nach Großbritannien. In London verfasste er Gedichte und veröffentlichte sie kurz vor seinem Tod in der Sammlung „Gedichte aus Reigate“. Rudolf Fuchs starb 1942 bei einem deutschen Bombenangriff auf London.

Die Eigenheiten Rudolf Fuchs’ Schaffens und seine Bedeutung über die Übersetzungen hinaus erklärt Konstantin Kountouroyanis am 24.11. ab 18 Uhr im Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren (Ječná 11, Prag 2) in einem Vortrag mit anschließender Diskussion. Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Kurt Krolop Forschungsstelle an der Karlsuniversität Prag statt.

Weitere Informationen zur Vortragsreihe finden Sie auf den Seiten der Kurt Krolop Forschungsstelle: hier.

 

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