Nach Berlin, Brüssel, Paris und Barcelona kommt die begehrte Wanderausstellung „The World of Banksy“ nun auch in die tschechische Hauptstadt und gibt Einblicke in das Schaffen des anonymen Künstlers. Außerdem in den Kulturtipps: Das „KorresponDance“ Festival belebt das ehemalige Industrieviertel Karlín mit zeitgenössischer Tanzkunst, im Sommerkino lädt das Goethe-Institut auf eine filmische Reise nach Bukarest ein und die Sudetendeutsche Heimatpflege veranstaltet mit Omnium eine Lesung im Familienmausoleum der Familie Dittrich in Schönlinde.

Dem Mysterium Banksy auf der Spur

Wer ist eigentlich Banksy? Seit den 1990er Jahren verwandelt ein britischer Streetart-Künstler unter dem Pseudonym „Banksy“ Hauswände in Leinwände und Straßen in Kunstmuseen unter freiem Himmel. Dabei sind seine Werke mehr als Kunst zum Anschauen, sie kommentieren das Zeitgeschehen und sind als politischer Aktivismus zu verstehen. Eines seiner prominentesten Werke „Girl with Balloon“ („Mädchen mit Ballon“) ging spätestens seit es sich 2018 bei einer Versteigerung im Auktionshaus Sotheby´s in London selbst zerschredderte um die Welt und erreichte unter dem neuen Titel „Love is in the Bin“ („Die Liebe ist im Eimer“) Kultstatus. Obwohl Banksy mit seinen Werken regelmäßig die breite Öffentlichkeit sucht und vor kaum einer Provokation zurückschreckt, ist über die Identität und Biographie des Künstlers wenig bekannt. Seit dem 5. Juni lädt die Galerie Mánes am Ufer der Moldau ihre Besucher dazu ein, dem Künstler Banksy mit einer Auswahl von über 90 Exponaten durch seine Werke näher zu kommen. Bis zum 27. September werden hier unter dem Titel „The World of Banksy“ täglich von 10 bis 21 Uhr Stücke aus Privatsammlungen, sowie Werke anderer junger Künstler ausgestellt.

Weitere Informationen und Tickets finden Sie unter The World of Banksy

„KorresponDance“ Festival für zeitgenössischen Tanz, Bewegungstheater und Neuen Zirkus in Prag und Saar

Waghalsige Kunst und artistische Höchstleistung beim „KorresponDance“ Festival. Foto: KorresponDance Festival

Waghalsige Kunst und artistische Höchstleistung beim Festival „KorresponDance“. Foto: KorresponDance Festival

Trotz vieler coronabedingter Absagen von Veranstaltungen kommen Liebhaber des zeitgenössischen Tanzes auch in diesem Sommer beim „KorresponDance“ Festival auf ihre Kosten.

Seit 2013 bereits lockt das Festival unter der Leitung von Marie Kinsky seine Gäste mit vielseitigen Performances aus den Bereichen Tanz, Bewegungstheater und Neuer Zirkus. Um das Risiko von Corona-Infektionen möglichst gering zu halten, hat man sich dazu entschlossen, in diesem Jahr auf internationale Gäste zu verzichten und der Elite der tschechischen Tanzszene an insgesamt vier Tagen eine Bühne zu geben. Es wird in diesem Jahr zwei Austragungsorte geben.

Am Dienstag, den 11. August, haben Interessierte die Chance, im Barockkomplex Invalidovna im Prager Stadtteil Karlín von 10 bis 21 Uhr verschiedene Darstellungen zu erleben und bekommen außerdem die Möglichkeit selbst mitzuwirken. Neben einem 90-minütigen Tanz-Workshop, der von den beiden Österreicherinnen Farah Denn und Olibia Mitterhuemer durchgeführt wird und den Festivaltag in Prag eröffnet, wird es am Nachmittag einen offenen Wettbewerb geben, bei dem die eigenen Tanzfähigkeiten unter Beweis gestellt werden können.

Weitere Highlights am Eröffnungstag sind ein Auftritt der Künstlerin Eliška Brtnická um 19 Uhr mit einer Vorschau ihres neuesten Zirkussolos, sowie eine Schlagzeug-Performance des Künstlers Jan Bárta um 20 Uhr.

Wer hierbei auf den Geschmack gekommen ist, hat die Chance, vom 14. bis 16. August in Saar (Žďár nad Sázavou) vor der Kulisse des barocken Schloss Saar weitere Darbietungen zu bestaunen. Alternativ kann das Festival auch online im Livestream verfolgt werden.

Der Eintritt für den Eröffnungstag in Prag ist frei.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des KorresponDance Festivals.

Filmkunst auf Hollywood-Niveau im Sommerkino

Vater und Tochter werden im Familiendrama „Toni Erdmann“ vor die Herausforderung gestellt, Meinungsverschiedenheiten zu überwinden. Foto: Das Filmfest

Vater und Tochter werden im Familiendrama „Toni Erdmann“ vor die Herausforderung gestellt, Meinungsverschiedenheiten zu überwinden. Foto: Das Filmfest

Im Rahmen des Festivals deutschsprachiger Filme „DAS FILMFEST“ präsentiert das Goethe-Institut Prag in der Veranstaltungsreihe „Sommerkino“ ausgewählte deutsche Filme in Prag und Brünn (Brno). Am Montag, den 10. August, wird es im Kino Pláž um 20.30 Uhr eine Vorstellung des für den Oscar nominierten Filmes „Toni Erdmann“ geben.

Der Spielfilm der Regisseurin und Drehbuchautorin Maren Ade aus dem Jahr 2016 erzählt die Geschichte des alternden Musiklehrers Winfried (Peter Simonischek), der seine Tochter Ines (Sandra Hüller) in Bukarest besucht, um die Beziehung zu ihr zu verbessern. Berüchtigt für seinen absurden Sinn für Humor, versucht er die Überzeugung seiner Tochter zu erschüttern, der Lebenssinn bestünde allein darin, Karriere zu machen. In der Rolle des fiktiven Toni Erdmann mit einer Vorliebe für falsche Gebisse sorgt er für eine Reihe komischer, peinlicher und bewegender Situationen, die Vater und Tochter einander wieder näherbringen.

Der Film wird auf Deutsch mit tschechischen Untertiteln gezeigt. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Goethe-Instituts Prag.

Schwarzes Gedächtnis in Schönlinde

Ein 200 Quadratmeter großes Goldmosaik ziert die alte Familiengruft der Unternehmerfamilie Dittrich in Schönline (Krasná Lípa). Die Sudetendeutsche Heimatpflege lädt nun am Samstag, den 8. August, um 18 Uhr zusammen mit dem Verein Omnium, der sich für die Renovierung des Mausoleums einsetzt, zu einer besonderen Veranstaltung ein. Der Förderpreisträger für Literatur 2000, der Dichter und Maler Radek Fridrich liest auf Deutsch und Tschechisch aus seinen Gedichtsammlungen „Selige“ und „Zaubertränke“ und stellt seine Frottagen von deutschen Friedhöfen aus.

Der Eintritt frei. Spenden für die Renovierung des Dittrich-Mausoleums werden erbeten.

Mehr auf der Webseite der Sudetendeutschen Heimatpflege sowie auf der Webseite von Omnium.

Der Förderpreisträger für Literatur 2000, der Dichter und Maler Radek Fridrich liest auf Deutsch und Tschechisch aus seinen Gedichtsammlungen „Selige“ und „Zaubertränke“ und stellt seine Frottagen von deutschen Friedhöfen aus. Foto: Sudetendeutsche Heimatpflege